Geschlossen machten Hunderte Landwirte jetzt ihrem Frust über die EU-Agrarpolitik Luft. Gefordert wird unter anderem eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung bei verarbeiteten Lebensmitteln und der Abbau bürokratischer Hürden. An der Spitze des „Aufstands“ marschierte Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) mit.
„Es braucht jetzt eine rasche Abfederung der massiv gestiegenen Düngemittelpreise. Gleichzeitig muss endlich eine EU-weite klare Herkunftskennzeichnung her“, stellte Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig gleich zu Beginn des „Bauern-Aufstandes“ unmissverständlich klar – und traf damit den Nerv eines Tages, der ganz im Zeichen bäuerlichen Protests stand.
Zu den Protesten hatte der neu gegründete Verein „Bündnis Zukunft Landwirtschaft“ aufgerufen. Gefordert wird unter anderem eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung bei verarbeiteten Lebensmitteln und „den Abbau bürokratischer Hürden“. Die Kundgebung startete um 13.00 Uhr vor dem Landwirtschaftsministerium, später ging es zur Abschlusskundgebung vor dem Parlament.
Wirtschaftlicher Druck auf Bauern steigt
Die Lage auf Österreichs Höfen ist in der Tat ernst. Hohe Betriebsmittelpreise, massiver wirtschaftlicher Druck im Ackerbau und eine zunehmend angespannte Situation am Milchmarkt bringen viele Familienbetriebe an ihre Grenzen.
In ganz Europa wächst der Unmut, in Wien entlud er sich nun lautstark. Hunderte Landwirte rollten mit ihren Traktoren in die Stadt und machten ihrem Ärger Luft. Es war ein kraftvolles, unüberhörbares Signal – direkt vor den Toren der politischen Entscheidungsträger.
Seltene Einigkeit über politische Lager hinweg
Die Stimmung im Demozug: entschlossen und geschlossen. Immer wieder war zu hören, man müsse endlich „Dampf ablassen“. Gleichzeitig zeigte sich, unterstützt sogar von Greenpeace, eine seltene Einigkeit: Über politische Lager hinweg rollten die Frauen und Männer auf ihren Traktoren Schulter an Schulter zur Rettung der Höfe vor das Parlament.
Im Zentrum der Forderungen stand für die ihrem Minister den Rücken stärkenden Bauernbundspitzen, den Präsidenten Georg Strasser und den mächtigen NÖ-Direktor Paul Nemecek, vor allem ein Energiekostenausgleich. EU-Mandatar Alex Bernhuber: „Brüssel muss endlich erkennen, dass – angesichts der internationalen Konflikte die Lebensmittelversorgung – eine Sache der nationalen Sicherheit ist.“
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