Häusliche Übergriffe

Gewalt gegen Frauen: Zwei Freisprüche im Zweifel

Burgenland
01.04.2026 17:00

Zwei Prozesse in Eisenstadt: Ein Südburgenländer (25) brach der Partnerin mit einem Faustschlag das Nasenbein. Im Norden soll ein 34-Jähriger seine Frau misshandelt haben. Beide bleiben unbescholten.

Das große Glück des angeklagten Südburgenländers, der seine damalige Lebensgefährtin mit einem Faustschlag ausgeknockt hatte: Die 24-Jährige dürfte in dieser Jänner-Nacht dermaßen betrunken gewesen sein, dass sie beim Prozess am Landesgericht Eisenstadt so gut wie keine zweckdienlichen Angaben machen kann.

„Ich weiß nur Bruchteile“ und „da fehlt mir die Erinnerung“ wechseln einander ab. Fix ist: „Ich habe zweimal ausgeholt und beim dritten Mal zugeschlagen. Leider habe ich einen schweren Treffer gelandet“, sagt der Mann. Fix ist weiters, dass die Frau zehn Tage im Spital verbringen musste, dass das gebrochene Nasenbein mehrmals operiert wurde und sie vier Wochen im Krankenstand verbrachte.

Als Grundlage für die Urteilsfindung wird die Version des 25-Jährigen herangezogen. Man habe lautstark gestritten. „Sie ging auf mich los und hat hergehaut.“ Er legt Beweisfotos vor, auf denen Hämatome zu sehen sind. „Ich habe versucht, sie wegzustoßen. Sie hat nicht aufgehört. Dann ist es passiert. Ich weiß, dass ich anders reagieren hätte müssen. Es tut mir leid.“

Der Mandant von Anwalt Gerhard Ederer akzeptiert eine Diversion: 150 Stunden gemeinnützige Arbeit und 3000 Euro Schmerzensgeld für das Opfer. Das Paar hat sich getrennt.

Geschwollene Lippe wegen Botox-Unfall im Bad
Im Anschluss nimmt ein anerkannter Flüchtling aus Afghanistan auf der Anklagebank Platz. Der 34-Jährige hatte übers Internet eine Frau aus Vorderasien kennengelernt und ungeschaut geheiratet. Sie zog 2022 zu ihm ins Nordburgenland. Ihre Vorwürfe: Er habe sie mehrmals geschlagen, eingesperrt, ihr Dokumente und Handy weggenommen. Sinnbildlich dafür die Aussage einer behandelnden Schönheitschirurgin: Der geschwollenen Lippe liegt ein Botox-Unfall im Badezimmer zugrunde.

Anwalt Andreas Radel erwirkte einen Freispruch.
Anwalt Andreas Radel erwirkte einen Freispruch.(Bild: Harald Schume, Krone KREATIV)

„Sie will mit allen Mitteln verhindern, dass ich mich wie geplant scheiden lasse“, sagt der Mann. „Dann verliert sie nämlich den Aufenthaltstitel und muss zurück in die Heimat.“ Es erfolgt ein Freispruch im Zweifel.

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