Mama und Tochter tot

Vergiftetes Weihnachtsessen: Nun Mordermittlung

Ausland
01.04.2026 11:40
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nachdem eine 50-jährige Italienerin und ihre 15-jährige Tochter nach einem Weihnachtsessen im vergangenen Jahr gestorben waren, gingen die Behörden zunächst von einer Lebensmittelvergiftung aus. Doch nun wurden Mordermittlungen aufgenommen: In Labortests wurde das tödliche Gift Rizin im Körper der Opfer entdeckt. 

Die Familie hatte am 23. Dezember  in ihrer Heimatstadt Pietracatella gemeinsam Pilze, Fisch und Meeresfrüchte gegessen, an Heilig Abend wurden Mutter, Vater und Tochter ins Krankenhaus eingeliefert. Die Familienmitglieder litten alle an den gleichen Symptomen, darunter Übelkeit und starke Bauchschmerzen.

Hier sehen Sie ein Bild der Familie:

Antonella Di Ielsi und ihre Tochter Sara Di Vita wurden am 25. und 26. Dezember vorzeitig entlassen, weil es ihnen besser ging. Doch dann verschlechterte sich der Zustand wieder – sie verstarben schließlich im Abstand von wenigen Stunden. Der Leiter der Intensivstation erklärte, dass zuerst Leberversagen auftrat und anschließend in beispielloser Geschwindigkeit ein Multiorganversagen folgte.

Nur Vater Gianni (55)– der ehemalige Bürgermeister von Pietracatella – überlebte. Er wurde per Hubschrauber in das Spallanzani-Krankenhaus in Rom geflogen und dort auf der Intensivstation behandelt. Die älteste, erwachsene Tochter war bei dem Essen nicht dabei.

Die Rizinuspflanze, auch Wunderbaum genannt, ist hochgiftig. Sie wird als Zierpflanze verwendet ...
Die Rizinuspflanze, auch Wunderbaum genannt, ist hochgiftig. Sie wird als Zierpflanze verwendet und kommt vereinzelt auch verwildert vor.(Bild: kazakovmaksim - stock.adobe.com)

Rizin in Blut und Haaren nachgewiesen
Zunächst vermuteten Ärzte eine Lebensmittelvergiftung als Ursache der Symptome, die durch die Pilze oder den Fisch ausgelöst wurde. Doch Labortests ergaben nun, dass Rizin die Todesursache der Frauen war. Spuren des hochgiftigen Stoffs seien in Blutanalysen nachgewiesen worden, die sowohl in Italien als auch in spezialisierten Laboren im Ausland durchgeführt worden sind. Die Substanz wurde laut den Ermittlern im Blut sowie in den Haaren der Toten festgestellt. 

Noch ist unklar, wer die Familie vergiftet hatte – die Polizei hat noch keine Verdächtigen. Ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt wegen des Verdachts des zweifachen vorsätzlichen Mordes wurde eingeleitet.

Familiäres Umfeld im Visier
Rizin ist ein hochgiftiger, natürlicher Stoff, der in den Samen der Rizinuspflanze enthalten ist. Es handelt sich um ein Protein, das die Zellfunktion blockiert und zum Absterben von Zellen führt, wodurch schwere Schäden an lebenswichtigen Organen entstehen. Die Ermittler rekonstruieren derzeit die letzten Stunden der beiden Opfer in ihrem Wohnhaus. Dabei werden sämtliche mögliche Motive geprüft, darunter persönliche Beziehungen, das soziale Umfeld sowie eventuelle Konflikte. Ermittelt wird im familiären Umfeld der Toten.

Ermittler gehen von geplanter Tat aus
Da Rizin nicht frei verfügbar ist und spezielles Wissen zu seiner Herstellung erfordert, gehen die Behörden von einer geplanten Tat aus. Die Ermittlungen dauern an. Sie konzentrieren sich nun darauf, den Verantwortlichen für die Vergiftung zu identifizieren und die genauen Umstände der Tat zu klären. Das Haus der Opfer wurde für Untersuchungen abgesperrt.

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