Erstmals über 2 Euro

Spritpreise: 2022 war das Tanken deutlich teurer

Wirtschaft
01.04.2026 06:44
Porträt von krone.at
Von krone.at

Diesel über zwei Euro der Liter, Superbenzin knapp darunter – für viele Autofahrer ein Preisschock, obwohl es nicht die erste Schockwelle ist. Ein Blick auf die inflationsbereinigten Preise zeigt: 2022 war es deutlich teurer. 

2022 gab es auch einige Premieren: Erstmals wurde an den Zapfsäulen die 2-Euro-Grenze überschritten, noch nie waren die Unterschiede zwischen Höchst- und Tiefstpreis so groß und erstmals war Eurosuper im gesamten Jahr deutlich günstiger als Diesel.

Ukraine-Krieg trieb Spritpreise in die Höhe
Energieexperten sprachen vom turbulentesten Spritpreisjahr seit der ersten Ölkrise im Jahr 1973. Auslöser für den Anstieg 2022 war der Angriffskrieg von Russland gegen die Ukraine. Den Höchstpreis erreichte Diesel Mitte Juli 2022 mit 2,09 Euro, im Jahresschnitt kostete ein Liter Diesel 1,82 Euro. Neben dem Krieg in der Ukraine sorgte ab Oktober 2022 auch die Einführung der CO2-Bepreisung für einen Preisschub.

Das Liniendiagramm zeigt die Entwicklung der inflationsbereinigten Spritpreise in Österreich von 2007 bis 2026. Diesel erreicht 2026 einen Wert von 2,09 Euro pro Liter, Super liegt bei 1,82 Euro pro Liter. Es gibt starke Preisschwankungen, besonders um 2022. Quelle: Budgetdienst Parlament.

Preiskommission und BWB-Untersuchung
Ein Tempolimit zur Verbrauchsreduktion war aber auch schon damals unpopulär, demnach zeigten sich im Oktober 2022 rund 71 Prozent der Befragten bei einer Umfrage mit den aktuell 130 km/h auf Autobahnen zufrieden. Weitere Ähnlichkeiten zur heutigen politischen Diskussion sind ebenfalls 2022 auszumachen: Ende September wurde eine Sprit-Preiskommission vom damaligen Wirtschaftsminister Martin Kocher (ÖVP) eingesetzt.

Zuvor hatte die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) ihre Erkenntnisse einer Branchenuntersuchung publiziert und dabei keinen Marktmissbrauch festgestellt, aber erhebliche Gewinnsprünge der Mineralölindustrie. Die Bruttoraffinierungsmargen der Mineralölkonzerne hätten sich seit Beginn des Ukraine-Kriegs verdreifacht, hieß es im Sommer 2022.

2023 ging es dann mit den Zapfsäulenpreisen spürbar nach unten. Im März, ein Jahr nachdem der Spritpreis erstmals die 2-Euro-Marke geknackt hatte, war der Preis pro Liter Diesel um 38 Cent gesunken, für Eurosuper um 40 Cent.

Preisschub 2012
Ein Blick etwas weiter zurück zeigt den vorletzten Preisschub im Jahr 2012, dem Höhepunkt der Euro-Schuldenkrise. „Das Jahr 2012 war das teuerste Spritjahr in der Geschichte“, rechnete damals die Arbeiterkammer vor. Im Jahresdurchschnitt kostete Diesel 1,410 Euro pro Liter, Eurosuper 1,450 Euro pro Liter. 2013 ging es dann mit den Preisen wieder leicht bergab. Einen kräftigen Preisanstieg gab es auch 2008 im Zuge der weltweiten Finanzkrise, wobei es danach rasch und kräftig günstiger an den Tankstellen wurde.

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