Österreichs Leichtathletik-Stars können nach der EM jetzt bei den großen Meetings die Ernte ihrer Erfolge von Birmingham einfahren. Bereits am Freitag startet die Sprint-Staffel der Frauen bei der Diamond League in Lausanne, nächste Woche folgen Dreisprung-Rekordler Endiorass Kingley beim Folksam GP in Göteborg (Montag) und Hürden-Ass Enzo Diessl bei der „Weltklasse“ in Zürich (Donnerstag). Für Diessl ist die Startzusage im Leichtathletik-Mekka wie ein Ritterschlag!
Der Reihe nach: Karin Strametz, Leni Lindner, Christania Williams und Isabel Posch, die bei der EM über 4 x 100 m in 43,37 das Finale als Neunte nur um einen Platz, beziehungsweise um lediglich 24 Hundertstel verpasst hatten, haben beim traditionellen Abschluss der Diamond League in Lausanne einen begehrten Startplatz in der Staffel erhalten. Sie haben zum Saisonende noch eine Rechnung offen und wollen den eigenen, heuer beim tollen Pfingstmeeting in Villach aufgestellten ÖLV-Rekord von 43,11 verbessern, möglichst unter 43 Sekunden treiben. Klappen die Wechsel perfekt, könnte das gelingen. Im Vorprogramm von Lausanne starten zudem Isabel Posch, mit 11,10 Rekord-Vorgängerin von Christania Williams (11,06), und Leni Lindner über 100 m.
Bestweite von Kingley?
Endiorass Kingley, der in Birmingham in dem hochklassigen Dreisprung-Finale mit 16,57 m Sechster geworden war, bestreitet heuer nur noch das Meeting in Göteborg. Vielleicht gelingt ihm, motiviert durch das gute EM-Ergebnis, noch eine Saisonbestweite.
Einmalige Atmosphäre im Letzigrund
In Zürich wandelt Enzo Diessl schließlich auf den Spuren von Endi Kingley, der dort im Vorjahr im Finale der Diamond League sogar Sechster geworden war. Diessl hatte als Fünfter bei der EM für das beste ÖLV-Ergebnis gesorgt. Jetzt erhielt er erstmals einen Startplatz bei der „Weltklasse“ im Letzigrund. Wahrhaft eine große Ehre für den Steirer! Die 110 m Hürden sind zwar kein Diamond-League-Bewerb, finden aber schon im Abendprogramm statt. So wird Enzo Diessl die einmalige Atmosphäre dieses weltgrößten Leichtathletik-Meetings genießen können.
Auf den Spuren der Größten
Der Hürdensprint ist einer der großen Klassiker in der Geschichte der „Weltklasse“. 1959 begründete der Deutsche Martin Lauer mit seinem Weltrekord von 13,2 den Ruhm des Meetings, Renaldo Nehemiah unterbot 1981 mit 12,92 als Erster die Traumgrenze von 13,00 Sekunden und Roger Kingdom verbesserte diese Bestmarke 1989 auf 12,92. Eine Ehre für Enzo Diessl, dort laufen zu dürfen. Drei Tage nach Zürich startet der von Beate Hochleitner betreute Hürden-Sprinter auch noch bei der Athletics Gala in Bellinzona. Der Steirer ist auf internationalem Parkett schon gefragt.
Caroline Bredlinger, die bei der EM im 800-m-Vorlauf ausgeschieden war, hat hingegen ihre Saison beendet. Auf ihrem Instagram-Account postete sie: „Wir haben uns entschieden, die Saison vorzeitig zu beenden – Gesundheit ist wichtiger als alle Qualifikationspunkte.“ Eine genaue Diagnose liege noch nicht vor. Sie habe aber hohe Entzündungswerte.
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