Aus Russland geholt

Tollwut in Deutschland: Hunde-Impfpass gefälscht!

Ausland
19.08.2026 22:56

Der illegale Welpenhandel sowie dubiose Machenschaften vermeintlicher Tierschützer sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Ein besonders tragischer Fall ereignete sich im Februar in Deutschland, als ein Welpe, der aus Russland importiert worden war, an Tollwut erkrankt war. Nun stellte sich heraus: Der Impfpass des Tieres war gefälscht. 

Der Fall hatte Anfang des Jahres für Aufregung bei Hundebesitzern im Saarland gesorgt. Denn im Zuge einer Operation war entdeckt worden, dass ein aus Russland importierter Hund mit Tollwut infiziert war. Weitere vier Hunde, die mit dem Welpen in derselben Sammelstelle gewesen waren, mussten daraufhin in Quarantäne. 

Impfaufkleber im Pass gefälscht
Schon damals hatten die deutschen Behörden den Verdacht, dass die Hunde mit gefälschten Papieren eingereist waren. Dies hat sich nun zumindest bei dem einen Hund bestätigt. Wie das forensische Labor von MSD in der Schweiz jetzt mitteilte, hat eine genaue Untersuchung ergeben, dass die Impfstoffaufkleber im Pass des verstorbenen Hundes gefälscht waren.

Tollwut ist, obwohl in Österreich und Deutschland nahezu ausgerottet, in vielen Ländern immer noch verbreitet. Die meisten EU-Länder schreiben für die meisten Heimtiere eine gültige Tollwut-Impfung bei der Einreise vor – doch hier wird oft Schindluder getrieben mit der Gutgläubigkeit von Menschen, die sich über vermeintliche Tierschutzorganisationen aus dem Ausland einen Hund oder eine Katze holen. 

Was ist Tollwut?

Tollwut ist eine durch Viren verursachte Infektionskrankheit, die das zentrale Nervensystem befällt. Sie wird durch den Speichel infizierter Tiere, meist durch Bisse oder Kratzer, übertragen. Nach Ausbruch der Krankheit verläuft die Infektion beim Menschen fast immer tödlich, weshalb eine sofortige Behandlung nach einem Verdacht lebensrettend ist. 

Die Inkubationszeit kann bis zu drei Monate betragen, die ersten Symptome ähneln oft einer Grippe, mit Fieber. Erst später kommen Verwirrtheit, vermehrter Speichelfluss, Schwitzen und Lähmungen dazu. 

Tollwut ist in Österreich meldepflichtig, betroffene Tiere müssen zumeist getötet werden, auch weil der endgültige Nachweis des Befalls am Nervensystem erst nach dem Tod erfolgen kann. Zudem kann aus Seuchenschutzgründen eine Tötung des Tieres angeordnet werden. Verdachts-, Erkrankungs- und Todesfälle sowie Bissverletzungen durch wutkranke oder -verdächtige Tiere unterliegen der Anzeigepflicht und sind der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde binnen 24 Stunden zu melden.

Auch das Veterinäramt in Deutschland mahnte einmal mehr, man sollte sich vor der Aufnahme des Tieres umfassend informieren und ausschließlich seriöse Organisationen kontaktieren, die über eine offiziell erteilte Erlaubnis verfügten: „Hunde aus dem Ausland sind aktuell wieder sehr gefragt und der Auslandstierschutz hat mittlerweile einen großen Stellenwert in unserer Gesellschaft. Neben seriösen Organisationen, die Hunde zu Vermittlungszwecken aus dem Ausland holen, boomt auch der illegale Handel mit Heimtieren weiterhin.“

42 Tiere in Wien abgenommen
Die „Krone“-Tierecke hatte zuletzt über einen Fall berichtet, bei dem in Wien ein Kleintransporter aus der Ukraine gestoppt wurde, an Bord 20 Hunde und 22 Katzen. Die Fahrer gaben an, im Auftrag einer Tierschutzorganisation zu handeln und die Tiere nach Frankreich zu bringen. Schlüssig erklären, warum der Weg über Wien führte, konnten sie nicht. Einen Befähigungsnachweis für den Transport hatten sie auch nicht.

Die Tiere wurden in die Obhut des TierQuarTier Wien gebracht. Bei der veterinärbehördlichen Kontrolle häuften sich die Unstimmigkeiten. Mehrere Gesundheitsbescheinigungen widersprachen einander inhaltlich. Auch bei den Tollwutimpfnachweisen zeigten sich Ungereimtheiten, etwa bei Chargennummern oder Verfallsdaten. 

Noch alarmierender war das Ergebnis der Antikörpertests. Bei sämtlichen Tieren lagen die Werte deutlich unter jenen aus den ukrainischen Unterlagen. Fünf Hunde und neun Katzen hatten überhaupt keine Antikörper im Blut. Sie waren also nie geimpft worden, trotz gegenteiliger Angaben in den Papieren.

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