Gerüchte aus Moskaus Machtzirkeln wollen nicht verstummen, wonach eine große Mobilmachung für neues Soldatenmaterial bevorsteht. Wladimir Putin will den Sieg jetzt mit aller Macht durchdrücken, denn der Abnützungskrieg hinterlässt in der russischen Wirtschaft deutliche Spuren der Erschöpfung. Es funktioniert nur noch die Raketenproduktion.
Finnlands Staatspräsident und Russland-Kenner (nicht Russland-Versteher) Alexander Stubb: „Russland hat zwei Drittel seiner liquiden Reserven verbraucht. 40 Prozent des Budgets sind dem Krieg gewidmet. Der Privatsektor ist zerstört.“
Das Volk wird langsam unruhig. In einer solchen Lage heißt es für die Kreml-Propagandisten, Durchhalteparolen auszugeben. Was liegt da näher, als an die Heldenepoche der alten Sowjetunion zu erinnern, als im Zweiten Weltkrieg die Not am größten war.
So drückt die RT-Chefin Margarita Simonyan in einem „Reißt euch zusammen!“-Kommentar erst einmal kräftig auf die Tränendrüse: „Was tut uns Europa an? Wir haben ihm nichts getan und es führt Krieg gegen uns“, um dann ahnungsvoll über kommende Härten zu dozieren: „In früheren Zeiten wurde nicht nur Benzin, sondern es wurden auch die Lebensmittel mit Coupons rationiert. Ja, es war damals hart, und wir werden es auch jetzt ertragen. Beruhigt euch ein bisschen und hört auf zu jammern.“
Diese Rhetorik offenbart die prekäre Lage Russlands.
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