Das Thema Sauberkeit beschäftigt viele Klagenfurter. Volle Mistkübel, Zigarettenstummel und herumliegender Abfall sorgen gerade in der Innenstadt für Unmut. Entsorgungsreferentin Sandra Wassermann hat nun die Müll-Hotline 0664-8457912 eingerichtet. Wer wegen Müll anruft, kriegt Hilfe.
In Klagenfurt sorgt die Müllentsorgung derzeit gleich aus mehreren Gründen für Diskussionen. Seit Jänner werden Restmüll-, Bio- und Altpapiertonnen sowie der Gelbe Sack nur noch an der Grundstücksgrenze abgeholt. Oft stehen die Müllwägen vor der Entleerung übers Wochenende drei Tage vor den Geschäften. Gleichzeitig wächst in der Innenstadt der Unmut über übervolle Mistkübel und herumliegenden Müll.
Mit Hundekot zum Bürgermeister
Besonders aufmerksam verfolgt Franz Halper die Entwicklung. Er gilt als langjähriger Pionier für ein sauberes Klagenfurt. Bereits 2011 machte er sich für die Einführung von Gassisackerlspendern stark. Damals griff Halper sogar zu einer ungewöhnlichen Maßnahme: „Ich ging mit einem Hundekot zum Bürgermeister“, erinnert er sich. Die Aktion zeigte Wirkung. Die Stadt reagierte und setzte entsprechende Maßnahmen um.
Bei den öffentlichen Mistkübeln sei die Situation allerdings wesentlich schwieriger, berichtet Halper. Besonders am Heiligengeistplatz beobachte er regelmäßig Abfallbehälter, die bis zum Rand gefüllt seien. Das Problem betreffe dabei nicht nur den normalen Haushalts- und Straßenmüll. Auch Zigarettenstummel würden zunehmend zum Ärgernis.
Am Heiligengeistplatz wimmelt es vor Zigarettenstummeln
Nach Ansicht Halpers fehlen an vielen Müllkübeln geeignete Vorrichtungen, in denen Zigaretten sicher entsorgt werden können. Er schildert eine Situation, die er immer wieder beobachte: Busfahrer würden aussteigen und ihre Zigaretten an vorhandenen Halterungen ausdrücken. Anschließend würden die Stummel einfach auf dem Boden liegen bleiben.
Für Halper ist das nicht nachvollziehbar. „Das kann keiner mit Hausverstand beauftragt haben“, kritisiert er. Er habe bereits bei verschiedenen Stellen auf die Probleme aufmerksam gemacht und auf eine Verbesserung gedrängt. Doch bislang sei wenig passiert. „Niemand hört dir zu“, ärgert sich der engagierte Klagenfurter.
Dabei zeigt sein Einsatz aus der Vergangenheit, dass konkrete Maßnahmen durchaus Wirkung zeigen können. Beim „Sackerl fürs Gackerl“ habe es damals eine schnelle Reaktion gegeben. Nun hofft Halper auch beim Thema Mistkübeln auf eine Lösung.
Müll-Hotline 0664-8457912 soll helfen
Die Stadt Klagenfurt will inzwischen selbst gegen die zunehmenden Beschwerden vorgehen. Entsorgungsreferentin Sandra Wassermann hat eine eigene Müll-Hotline eingerichtet. Unter der Telefonnummer 0664-8457912 können Bürger Verschmutzungen sowie übervolle Mistkübeln melden.
„Damit sollen Probleme schneller erkannt und behoben werden“, sagt Wassermann. „Gerade bei stark frequentierten Plätzen könne eine rasche Meldung entscheidend sein, damit überfüllte Behälter geleert oder Verschmutzungen beseitigt werden können. Wir wollen doch eine saubere Stadt“, betont Wassermann und wirbt damit um die Mithilfe der Bevölkerung. Die neue Hotline soll eine direkte Möglichkeit schaffen, Probleme unkompliziert zu melden, anstatt darauf zu warten, dass sie von den zuständigen Mitarbeitern entdeckt werden.
„Wollen Klagenfurt als saubere Stadt zeigen“
Ob das neue Angebot tatsächlich für eine nachhaltige Verbesserung sorgt, wird sich erst zeigen. „Mit der Koralmbahn kommen soviele Gäste aus der Steiermark zu uns. Wir wollen ihnen ein sauberes Klagenfurt präsentieren“, sagt Wassermann. Klar ist aber: Das Thema Sauberkeit beschäftigt viele Klagenfurter. Volle Mistkübeln, fehlende Möglichkeiten zur Entsorgung von Zigarettenstummeln und herumliegender Abfall sorgen gerade in der Innenstadt für Unmut.
Die kommenden Wochen werden daher zeigen, ob die Müll-Hotline tatsächlich dazu beiträgt, Klagenfurt sauberer zu machen – oder ob die übervollen Mistkübeln weiterhin für Diskussionen sorgen.
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