Im Kampf gegen die Ausbreitung der von der Rebzikade verbreiteten Krankheit „Goldgelbe Vergilbung“ hat das Land nun ein Maßnahmenpaket präsentiert. Verwilderte Weingärten sollen entfernt werden. Auch der Einsatz von Spürhunden und Drohnen wird geprüft.
Bereits im vorigen Jahr hat die Amerikanische Rebzikade durch die Übertragung der Krankheit „Goldgelbe Vergilbung“ für schwere Schäden in Weingärten im Mittel- und Südburgenland gesorgt. Für das heurige Jahr wird eine weitere Ausbreitung befürchtet. Das Land hat deswegen einen umfassenden Verordnungsentwurf vorgelegt, durch den die hochansteckende Pflanzenkrankheit eingedämmt werden soll. Erarbeitet wurde das Papier mit der Landwirtschaftskammer, Bio Austria, dem Weinbauverband sowie Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Befallszonen definiert
Die Maßnahmen umfassen die systematische Überwachung von Weingärten, die konsequente Rodung infizierter Rebstöcke, die vorsorgliche Entfernung nicht bewirtschafteter Rebstöcke und Weingärten sowie gezielte Pflanzenschutzmaßnahmen ab dem 2. bis 3. Larvenstadium. Bei einem Befall gibt es ein eigenes Zonensystem: In der Befallszone (500 Meter Radius) kann die Rodung aller infizierter sowie benachbarter Rebstöcke vorgeschrieben werden. In der Sicherheitszone (2500 Meter Radius) können ebenfalls Maßnahmen durch das Strategieteam festgelegt werden.
Strategie hängt von Befall ab
Diese Taskforce – in der Vertreter von Land, Landwirtschaftskammer und Bio Austria sitzen – wird jährlich eine entsprechende Strategie erarbeiten. „Es wird bewusst kein einheitliches Maßnahmenpaket über das gesamte Burgenland hinweg verordnet. Die Maßnahmen werden gezielt an Befallsdruck, Dynamik und regionale Gegebenheiten angepasst“, erklärt Landeshauptmann-Stellvertreterin und Agrarlandesrätin Anja Haider-Wallner (Grüne). Die Verordnung geht nächste Woche in Begutachtung, ein Beschluss soll erfolgen, noch bevor die Rebzikade „aktiv“ wird.
Erste Rodungsbescheide gehen raus
Abseits davon soll es zu Rodungen von nicht bewirtschafteten Weingärten kommen. Die ersten Rodungsbescheide würden von den Bezirkshauptmannschaften bereits ausgestellt, so Haider-Wallner. „Verwilderte Weingärten gehören weg“, sagt auch Daniel Pachinger, Leiter des Pflanzenschutzdienstes der Landwirtschaftskammer. Die Gefahr und Intensität der Pflanzenerkrankung habe im vorigen Jahr einen Höhepunkt erreicht.
Für Sabrina Dreisiebner-Lanz von Bio Austria ist wichtig, dass die Maßnahmen auch mit den Bio-Vorgaben vereinbar sind.
Drohnen und Spürhunde
Haider-Wallner nimmt aber nicht nur die Winzer in die Pflicht. Auch Gartenbesitzer seien gefordert, darauf zu achten, ob beispielsweise eine Weinlaube befallen ist. Dazu soll es eine Info-Kampagne geben. Naturschutzorgane sollen ebenfalls speziell geschult werden. Der Einsatz von Spürhunden – welche den Befall bemerken, bevor dieser sichtbar wird – wird ebenso geprüft. Auch an einem bundesländerübergreifenden Drohnenprojekt zur Erfassung von Infektionsanzeichen will man teilnehmen.
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