Behörden machtlos

Geisterauto in Kärnten: Niemand darf es entfernen

Kärnten
01.04.2026 05:00

Ein verlassenes Auto. Kein Besitzer. Keine Erklärung. Und niemand darf handeln: Auf der Drautal Straße in Kärnten sorgt ein mysteriöser Pkw für Aufsehen – und zeigt, wie sich Behörden mit Vorschriften selbst ausbremsen.

Ein schwarzer Wagen, verwittert und verlassen, zieht derzeit in Oberkärnten alle Blicke auf sich. Seit Tagen – mittlerweile fast zwei Wochen – steht das Auto zwischen Lendorf und Möllbrücke einfach am Straßenrand.

Der erste Verdacht: Unfall. Doch der bestätigt sich nicht. „Der Wagen stand plötzlich da“, heißt es von der Polizei. Was tatsächlich passiert ist, bleibt unklar. Fest steht nur: Der Besitzer ist verschwunden. Spurlos.

Die Ermittlungen laufen – bislang ohne Ergebnis. „Alles, was bekannt ist: Das Fahrzeug dürfte einem Slowenen gehören. Darauf deutet das Kennzeichen hin“, so die Beamten. Doch selbst das ist inzwischen weg: Die Tafeln wurden abmontiert. Immerhin wurde ein Warndreieck aufgestellt, um andere Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer zu warnen.

Seit bald zwei Wochen „parkt“ das Auto direkt neben der starkbefahrenen Straße.
Seit bald zwei Wochen „parkt“ das Auto direkt neben der starkbefahrenen Straße.(Bild: Gemeinde)

Auto darf nicht entfernt werden
Und genau hier beginnt der eigentliche Irrsinn. Denn obwohl das Auto direkt neben einer stark befahrenen Straße steht, darf es nicht einfach entfernt werden. „Ein Abtransport ist aus rechtlichen Gründen nicht möglich“, erklärt die Polizei. Zuständig sei die Straßenverwaltung – schließlich gehört der Grund dem Land.

Doch auch dort sind die Hände gebunden. „Wir stehen im Schriftverkehr mit dem Versicherungsverband, haben aber noch keine Genehmigung zum Abschleppen“, heißt es aus dem Straßenbauamt. Der Grund: fremdes Eigentum.

Bürokratie lässt potenzielles Risiko weiterbestehen
Die Folge: Ein potenzielles Risiko bleibt einfach stehen. Während Autos vorbeirasen, bleibt das Geisterfahrzeug am Straßenrand zurück – nicht, weil niemand handeln will, sondern weil niemand handeln darf. Ein Paradebeispiel dafür, wie Bürokratie zur Endlosschleife wird. Und so könnte der verlassene Pkw noch länger dort stehen. Sichtbar für alle. Lösbar für keinen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt