Das Land Vorarlberg will bei den Spielgruppen-Förderungen Geld sparen – das sorgt für äußerst negative Reaktionen, nicht nur in den Spielgruppen selbst. Die Opposition tobt.
Wieder einmal zieht Vorarlbergs schwarz-blaue Landesregierung den Zorn der Opposition auf sich: Und wieder geht es um Bildungseinrichtungen für die Kleinsten. Wie das Land angekündigt hat, will es ab dem Jahr 2027 die Förderungen für Spielgruppen adaptieren. Bisher wurden die Einrichtungen nach jenen Monaten gefördert, in denen sie geöffnet hatten. So wurde etwa Geld für den Monat Dezember ausgezahlt – auch wenn die Einrichtung nur an einer Woche in diesem Monat geöffnet hatte. Nun soll das System umgestellt werden – gefördert werden nur noch die tatsächlichen Öffnungszeiten. Das bedeutet natürlich finanzielle Einbußen für die Spielgruppen.
Chancenreichster Lebensraum?
Die SPÖ reagiert auf das Ansetzen des Sparstifts erzürnt. „Was hier passiert, ist nichts anderes als Sparpolitik auf dem Rücken der Kinder, der Familien und der Beschäftigten in den Spielgruppen“, kritisiert SPÖ-Landtagsabgeordnete Manuela Auer. „Diese Einrichtungen leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur frühkindlichen Bildung und entlasten Familien. Wer hier kürzt, verschärft soziale Ungleichheit, statt sie zu bekämpfen.“ Während das Land in schönen Broschüren davon spreche, „chancenreichster Lebensraum für Kinder“ werden zu wollen, trügen Landeshauptmann Markus Wallner und Landesstatthalter Christof Bitschi dazu bei, erprobte Bildungseinrichtungen zu zerstören. „ÖVP und FPÖ schlagen mit dem Vorschlaghammer in kürzester Zeit alles kaputt, was im Sozial- und Bildungsbereich in den letzten Jahrzehnten liebevoll aufgebaut wurde“, findet Auer deutliche Worte.
Auch die Grünen halten mit ihrer Kritik nicht hinterm Berg. Nach den bereits erfolgten Förderkürzungen für die Betreuung von Dreijährigen setze die nächste Kürzungsrunde von Schwarz-Blau viele Spielgruppen in schwere Bedrängnis. „Was hier eingespart wird, sind auf Landesebene Kleinstbeträge – für die einzelnen Einrichtungen geht es aber ums Überleben“, betont Bildungssprecherin Eva Hammerer. Die Folgen seien bereits spürbar: steigender Druck auf das Personal, Unsicherheit bei Trägern und ein wachsendes Risiko von Schließungen. „Gerade Spielgruppen erfüllen eine wichtige Funktion in unserer Gesellschaft in Bezug auf soziales Lernen und Sprache“, unterstreicht Hammerer die Bedeutung von Spielgruppen. Die Grüne Bildungssprecherin fordert daher ein sofortiges Umdenken der schwarz-blauen Landesregierung.
Und im pinken Lager sorgen die Landesmaßnahmen auch nicht gerade für Freude. Für Neos-Chefin Claudia Gamon ist klar: „Wer bei der Kinderbetreuung spart, spart bei der wichtigsten Infrastruktur eines modernen Bundeslands.“ Schlechtere Kinderbetreuung bedeute schlechtere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, weniger Menschen am Arbeitsmarkt, weniger Chancen gegen den Fachkräftemangel und weniger Anreiz, in Vorarlberg zu leben. „Eine Landesregierung, die ständig vom Standort spricht, darf nicht ausgerechnet dort kürzen, wo Lebensqualität, Erwerbstätigkeit und Zukunftschancen zusammenkommen.“
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