Die Billigfluglinie Ryanair macht Ernst im Streit um die Luftverkehrssteuer. Mit einer Frist will die Airline jetzt bewirken, dass die Abgabe komplett gestrichen wird. Erst dann werde man das Flugangebot ab Wien wieder aufstocken.
Der irische Billigflieger Ryanair bekräftigt im Streit um die österreichische Luftverkehrssteuer seine Forderung nach einem Ende der Abgabe und setzt der Regierung dafür nun eine Frist bis zum 1. Mai. Bis dahin müsse die Abgabe von 12 Euro pro Passagier komplett abgeschafft werden, forderte die Airline am Montag. Nur dann werde man den im vergangenen Herbst vorgelegten Investitionsplan über 1 Mrd. Dollar (868,3 Mio. Euro) umsetzen und zehn neue Flugzeuge in Wien stationieren.
Ryanair legt sich gerne mit Regierungen und Flughäfen an
Ryanair-Manager Andreas Gruber kritisierte, dass die Regierung die Abgabe nur prüfe, statt sie wie andere europäische Länder zu streichen. Die Airline ist dafür bekannt, öffentliche Auseinandersetzungen mit Regierungen und Flughäfen zu suchen, um die Kosten an ihren Standorten zu drücken.
„Kosten in Wien zu hoch“
In Österreich drängt Europas größter Billigflieger seit Längerem auf niedrigere Standortkosten und hat die Luftverkehrssteuer in der Vergangenheit wiederholt öffentlich kritisiert. Im vergangenen Herbst hatte Ryanair als Druckmittel sein Angebot am Flughafen Wien reduziert. Wie berichtet, kürzte Ryanair wegen der „exorbitanten Luftverkehrssteuer in Höhe von zwölf Euro“ pro Passagier das Angebot ab Wien um fünf Flüge. Bereits in der Vergangenheit hatte Ryanair-Chef Michael O‘Leary die hohen Kosten in Österreich immer wieder kritisiert.
Auch andere Airlines kritisierten die Abgabe
Auch andere Fluggesellschaften hatten zuletzt auf die hohen Kosten am Standort Wien verwiesen. So gab die ungarische Billigfluglinie Wizz Air ihre Basis am Flughafen Wien im März nach eigenen Angaben wegen gestiegener Gebühren und Kosten auf.
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