Während Paul Wanner der erste ÖFB-Teamspieler seit vielen Jahren ist, der seine familiären Wurzeln in Vorarlberg hat, sind die Ski- und Snowboardsportler aus dem Ländle seit Jahren nicht mehr von der heimischen Landkarte wegzudenken. In diesem Winter musste man im äußersten Westen aber erstmals wieder kleinere Brötchen backen.
Die Bilanz liest sich beeindruckend! Vorarlbergs Ski- und Snowboard-Asse holten in den vergangenen elf Weltcupsaisonen 44 Siege und dazu jeweils noch 36 zweite und dritte Plätze. Das heißt: Der Vorarlberger Skiverband (VSV) durfte seit dem Winter 2015/16 insgesamt über 115 Podestplätze in Einzelentscheidungen bei Alpinen, Nordischen sowie den Snowboardern jubeln.
Eva und „Izzi“ überragend
Am häufigsten am Stockerl stand Skispringerin Eva Pinkelnig. Die Dornbirnerin landete 47-mal in den Top-3, durfte sich über 16 Einzelsiege freuen und holte sich im Winter 2022/23 den Gesamtweltcup. Den gewann Snowboardcrosser Alessandro „Izzi“ Hämmerle 2019, 2020 und 2021 dreimal in Serie. Kein Wunder – seit der Saison 2015/16 feierte er 17 Siege, fuhr 32-mal aufs Podest. Dazu kommt noch ein Sieg von Alpin-Boarder Lukas Mathies.





Neun Siege, sechs SiegläuferInnen
In Anbetracht dieser Erfolge erscheint die Alpinbilanz in diesem Zeitraum fast bescheiden: neun Siege, 13 zweite und 13 dritte Plätze. Kathi Liensberger gewann drei Rennen, Nina Ortlieb zwei, Christine Scheyer, Lukas Feurstein, Johannes Strolz und Christian Hirschbühl standen jeweils einmal zu oberst am Podest. Außerdem durfte Skibergsteiger Daniel Zugg im Februar 2019 in China über den bislang einzigen Einzelsieg eines ÖSV-Athleten jubeln.
Schmerzliche Ausfälle
Eine Topbilanz fürs Ski-Ländle – auch wenn nun eine tolle Serie zu Ende gegangen ist. Denn erstmals seit der Saison 2014/15 gab es für den VSV keinen Weltcupsieg. Dank Hämmerle in Dongbeiya (Chn), sowie Mäggy Egger und Ortlieb bei den Abfahrten in St. Moritz (Sz) bzw. Soldeu (And) gab es aber wenigstens drei zweite Plätze zu feiern. Angesichts der verletzungsbedingten Ausfälle von Pinkelnig, die sich im Herbst 2025 das Kreuzband gerissen hatte, sowie von Liensberger und Egger (die beide ab Jänner ausfielen) aber immer noch eine gute Ausbeute.
Den olympischen Goldmedaillen von Ariane Rädler und Alessandro Hämmerle sei Dank, wird dieser Winter wieder als ein erfolgreicher in Erinnerung bleiben. Auch wenn das Ländle zum ersten Mal seit der Saison 2014/15 ohne Weltcupsieg blieb.
Es gibt aber auch abseits der Olympiaerfolge Punkte, die positiv stimmen. Etwa die Breite bei den Alpin-Ladys, wo sieben VSV-Aktive punkten konnten. Oder die Entwicklung des jungen Montafoner Snowboardcrossers David Erhard, der die ersten Podestplätze im Europacup holen konnte.
Ernüchternder Blick auf Junioren-Weltmeisterschaften
Dieser Winter hat aber auch gezeigt, dass es in Zukunft sehr schwer werden könnte, so viele und große Erfolge zu feiern. Erstmals seit dem Winter 2018/19 gab es für Vorarlberg keine einzige Medaille bei Junioren-Weltmeisterschaften. Weder bei den in diesem Bereich extrem erfolgsverwöhnten Alpinen – noch bei Springern, Skicrossern oder Kombinierern. Alles Sparten, in denen es in jüngerer Vergangenheit ebenfalls immer wieder Grund zum Jubeln gab.
Nur gut, dass sich Olympia-Held Hämmerle inzwischen vorstellen kann, auch über seine Heim-WM im kommenden Winter hinaus weiterzufahren und auch Nina Ortlieb schon einmal mit einer Rennkarriere bis in die Saison 2031/32 kokettiert hat. Wenn auch nur darum, weil da der 29. Februar – ihr Glückstag – wieder auf einen Sonntag fällt und damit ein potenzieller Renntag sein wird.
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