Zwischen Wiesen, Waldrändern und stillen Pfaden eröffnet der neu eingerichtete Bio-Lehrpfad in Götzis einen besonderen Blick auf die heimische Natur sowie die Vorteile der Bio-Landwirtschaft.
Die Wallfahrtskirche St. Arbogast liegt idyllisch am Rand des Rheintals oberhalb von Götzis und zählt zu den bedeutenden religiösen und kulturellen Orten der Region. Ihre Ursprünge reichen bis ins frühe Mittelalter zurück: Der Überlieferung nach geht der Sakralbau auf den heiligen Arbogast zurück, einen aus dem elsässischen Raum stammenden Missionar, der im siebten Jahrhundert gewirkt haben soll. Die heutige Kirche präsentiert sich als schlichter, aber stimmungsvoller Bau, der mehrfach umgestaltet wurde und Elemente verschiedener Epochen in sich vereint.
Typ:Themenweg
Dauer: rund eine Stunde (es gibt auch eine längere Route)
Ausgangspunkt: Bushaltestelle gegenüber der Wallfahrtskirche St. Arbogast
Ausrüstung: Schuhe mit guter Profilsohle, dem Wetter angepasste Kleidung
Anmerkung: Bio-Austria bietet kostenlose Führungen auf dem Lehrpfad für PädagogInnen und Schulklassen (8-14 Jahre). Anfragen: vorarlberg@bio-austria.at
Öffentliche Verkehrsmittel: die Landbuslinie 445 verkehrt regelmäßig von Götzis Bahnhof nach St. Arbogast (und retour), sowie von St. Arbogast in Richtung Feldkirch
Einkehrmöglichkeiten: in Götzis, Feldkirch, Klaus
Idyllische Lage inmitten von Wiesen und Wäldern
Besonders prägend ist die ruhige Lage inmitten von Wiesen und Wäldern. Direkt bei der Kirche startet zudem der Bio-Lehrpfad: Man hat die Möglichkeit, zwischen einer kleineren (knapp zwei Kilometer) und einer größeren (circa drei Kilometer) Runde zu wählen. Entlang der Strecke befinden sich insgesamt neun Stationen, wo mit Hilfe von Spielen, Experimenten und Darstellungen die komplexe Wirkungsweise der Bio-Landwirtschaft vermittelt wird. Themen wie Kreislaufwirtschaft, Biodiversität und Bodenfruchtbarkeit werden Interessierten auf diese Weise näher gebracht. Zu entdecken gibt es unter anderem einen Bio-Schaubauernhof, ein „Stähle” (kleiner Stall) und Grünflächen von drei Bio-Austria-Mitgliedern.
Lernen mit der Landschaft
Die Strecke führt am Bildungshaus St. Arbogast vorbei und über einen schmalen Pfad bis zur Kneippanlage („Älpele/Wassertrete“). Der Blick wandert dabei über Streuobstwiesen, großzügige Weideflächen und das üppige Grün des umgebenden Waldes. Gleich zu Beginn des Lehrpfads wird der Begriff Landwirtschaft erörtert, in weiterer Folge und in Bezug auf die Landschaft erfährt man den Unterschied zwischen extensivem und intensivem Obstbau. Traditionell waren Streuobstwiesen vor allem im Rheintal landschaftsprägend und hatten gleich zweifachen Nutzen – für den Obstanbau sowie als Weide für das Vieh. Charakteristisch für diese Form des Obstanbaus ist die vergleichsweise hohe Artenvielfalt.
Ein Wasserhaus als Ort der Besinnung
Der Weg führt weiter, vorbei am Wasserhaus, das in der Talsenke steht. Der fünf mal fünf Meter große Betonkubus ist mit präzise gebohrten Öffnungen durchsetzt. Tritt man ein, fällt der Blick auf die Trinkstelle, das Wasserbecken am Boden, Lichtspiegelungen und die umgebende Natur. Das Wasserhaus soll ein Ort der Besinnung sein, an dem die Wahrnehmung für das lebensspendende, kostbare und zugleich gefährdete Element Wasser geschärft wird. In dessen unmittelbarer Nähe wird an einer weiteren Station des Bio-Lehrpfads die Funktion des Bodens als Wasserspeicher erörtert.
Die Gras-Sternmiere, auch Grasblättrige Sternmiere genannt, gehört zur Familie der Nelkengewächse. Namensgebend sind ihre zarten weißen Blüten, die wie kleine Sterne angeordnet sind. Ihre schmalen, grasartigen Blätter verleihen der Pflanze ein eher unscheinbares Aussehen, wodurch sie zwischen anderen Wiesen- und Waldrandpflanzen leicht übersehen wird. Die mehrjährige Pflanze wächst bevorzugt auf feuchten bis mäßig trockenen Wiesen, in lichten Wäldern, an Böschungen oder in alpinen Rasen und ist in vielen Teilen Europas verbreitet. Besonders in Bergregionen fühlt sie sich wohl und steigt teilweise bis in höhere alpine Lagen auf. Die Blütezeit reicht meist von Mai bis August. Die Gras-Sternmiere bietet verschiedenen Insekten Nahrung und trägt damit zur Artenvielfalt naturnaher Wiesen bei. Da traditionelle Mähwiesen und extensive Grünflächen immer seltener werden, verschwinden auch ihre typischen Begleitpflanzen zunehmend aus manchen Regionen. In naturnahen Landschaften zählt die Gras-Sternmiere jedoch weiterhin zu den feinen, eher zurückhaltenden Erscheinungen der heimischen Flora.
Es gibt viel zu entdecken
Danach geht es weiter, ein kurzes Stück entlang des Fitness-Parcours und dann ansteigend durch den Wald, den gelben Markierungen folgend. Auf der gesamten Strecke gibt es viel zu entdecken – nicht nur an den eingerichteten Stationen. So gedeihen in den Übergangsbereichen zwischen Weide und Wald beispielsweise verschiedenste Wildblumen. Der Bio-Lehrpfad ist somit ein abwechslungsreicher Streifzug durch Arbogast, der die Möglichkeit bietet, die (Natur-)Landschaft intensiv zu erleben.
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