Herbert Rauch

Fotografischer Schatz in schwarz-weiß gehoben

Vorarlberg
24.05.2026 14:12

Johannes Rauchs Vater war bekannt als Briefträger in Rankweil (Vorarlberg). Er war aber auch ein anderer, nämlich ein Foto-Künstler. Die Bilder seines Vaters hat der ehemalige Gesundheitsminister Österreichs nun in einem Buch publiziert. 

Johannes Rauch, ehemals Gesundheitsminister der Republik, erinnert sich lebhaft an das geteilte Leben seines Vaters Herbert Rauch (1929-2012): „Er kam als Briefträger nach Hause, verbrachte dann Stunden in der Dunkelkammer und erschien als anderer Mensch zum Abendessen.“ In dieser Dunkelkammer entstanden im Laufe der Jahrzehnte unzählige Bilder, unter anderem Porträts von Johannes und seinen fünf Geschwistern. „Die Fotografie hat uns schon als Kinder begleitet“, sagt Johannes Rauch. Später durfte der Nachwuchs in der Dunkelkammer kleinere Hilfsdienste übernehmen. Der Vater hielt auch das Geschehen in der Gemeinde fest, daraus entstand schließlich eine Dorfchronik.

Herbert Rauch.
Herbert Rauch.(Bild: Edition108 / Herbert Rauch)

Doch noch etwas ganz Anderem hat sich Rauch gewidmet: der Kunstfotografie. Er selbst hat sich nie als Künstler wahrgenommen, sondern pflegte das Image des experimentierenden Dilettanten, steckte Zeit, Energie und Geld in die Technik, erstellte Belichtungstabellen, tüftelte an Methoden zur Beleuchtung, changierte zwischen Schärfentiefe und Tiefenschärfe – er forschte, könnte man sagen. Die Objekte, die Rauch ins Visier nahm: Federn, Steine, Holz, alles in schwarz-weiß gehalten.

Kiesel-Ensemble.
Kiesel-Ensemble.(Bild: Edition108 / Herbert Rauch)

Fotos als Grußkarten verwendet
In einem aufwändig gestalteten Fotobuch hat Sohn Johannes nun gemeinsam mit Grafiker René Dalpra in dessen „Edition108“ viele dieser eindrücklichen Bilder publiziert. Es sind Bilder großer Intimität, die nie in den Kitsch abrutschen. Schwebende Steine, dynamische Federzeichnungen, Kiesel-Ensembles. Es sei gar nicht so einfach gewesen, an diese Bilder heranzukommen, erzählt Johannes, denn Vater Herbert hat in seinem Streben nach Perfektion und getrieben von großen Zweifeln sämtliche Negative vernichtet. Die Abzüge verarbeitete Herbert Rauch zu Grußkarten, die wiederum in eigens gefertigten, mit Leinen bespannten Boxen verstaut wurden. Zu besonderen Anlässen wurde die eine oder andere Karte verschenkt.

Stein-Porträt.
Stein-Porträt.(Bild: Edition108 / Herbert Rauch)

Studium der Großen
„Ich habe das ganze Haus auf den Kopf gestellt, um Abzüge zu finden“, erzählt der Sohn. Kein Wunder also, dass er diese Aufgabe erst in seiner Pension angehen konnte. Die Bilder seines Vaters betrachtet Johannes als eine Art Schatz, den er nicht verschwinden lassen wollte. Der Fotograf selbst hat nie in Erwägung gezogen, auszustellen. Das überließ er den Großen seines Fachs, die er auch studierte. So beschäftigte er sich sowohl mit Ansel Adams, der für seine „Moonrise“-Serie bekannt ist, oder auch mit dem legendären Edward Weston, der unter anderem mit Adams die Gruppe f/64 gründete. Nun, 14 Jahre nach seinem Tod, hat sich seine Familie erlaubt, auch den Fotografen Herbert Rauch ins Rampenlicht zu rücken.   

Das Buch begleitet auch eine Edition, erhältlich ist „So gesehen“, erschienen in einer Auflage von 1000 Stück, im Buchhandel.

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