Ach, übrigens...

Söders Trauma

Vorarlberg
24.05.2026 15:55

Es tut sich was in der deutschen Bundesliga! Etwas, wovon man in Bayern nur träumen kann. Zwar holen die Rot-weißen aus der Hauptstadt regelmäßig den Titel, in der Breite mangelt es aber. Ein Umstand, den sich „Krone Vorarlberg“-Autor Harald Petermichl für die neueste Ausgabe seiner Kolumne „Ach, übrigens...“ etwas genau angeschaut hat.

Markus Söder wird das gar nicht gerne hören. Ein Blick in die Bundesliga-Statistik zeigt nämlich unerbittlich, dass sein Freistaat ein Manko hat, denn bei fast 14 Millionen Einwohner:innen ist die Anzahl von sieben bayerischen Clubs, die seit Gründung der Liga in dieser gespielt haben oder spielen, erbärmlich schlecht. Ein Verein pro zwei Millionen Landeskinder, darüber konnte man im Saarland schon vor dem letzten Wochenende nur mitleidig lächeln, denn mit dem 1.FC Saarbrücken (Gründungsmitglied!), dem FC 08 Homburg und Borussia Neunkirchen hatte man bei nur einer Million Menschen, die dort leben, bereits stattliche drei Erstligavereine vorzuweisen. Seit dem letzten Sonntag und dem Aufstieg der SV 07 Elversberg reden wir mittlerweile sogar von einem Erstliga-Club pro Viertelmillion Saarländer:innen. Bayern bräuchte also langfristig über 50 Erstligisten, um statistisch mitzuhalten. Könnte schwierig werden.

Im Saarland wurde der Aufstieg von „die Elv“ gefeiert.
Im Saarland wurde der Aufstieg von „die Elv“ gefeiert.(Bild: EPA/RONALD WITTEK)

Eigentlich wäre ja Hoffenheim...
Apropos Elversberg: In der nach dem Abteufen der Kohlengrube Heinitz gegründeten Bergarbeitersiedlung lebten um 1850 600 Menschen, Ende der 1960er waren es dann über 10.000 und mit dem Ende des Bergbaus hat sich diese Zahl bis heute auf etwa 7.000 eingependelt. Wobei Elversberg 1974 mit der Nachbargemeinde zusammengelegt wurde und heute Teil von Spiesen-Elversberg (13.000 Einwohner:innen) ist. Nur dieser gemeindereformerische Kunstgriff gibt denen recht, die behaupten, man habe es mit der kleinsten Gemeinde zu tun, die jemals ein Bundesliga-Team gestellt hat. Denn eigentlich wäre das die 3.500-Seelen-Kommune Hoffenheim, die aber 1972 in das deutlich größere Sinsheim eingemeindet wurde. Na ja, manchmal müssen Erbsen halt gezählt werden. Kennt man schließlich von Aschenputtel.

Drei erstklassige Teams mit Zechenvergangenheit
Jedenfalls hat „die Elv“, wie der frischgebackene Aufsteiger von seinen Fans genannt wird, zusammen mit Schalke 04 erfreulicherweise dazu beigetragen, dass in der kommenden Saison zumindest wieder drei Teams mit Zechen-Vergangenheit erstklassig kicken, denn da war die Luft in den letzten Jahren bedenklich dünn geworden. Doch jetzt muss erst mal das Stadion vergrößert, die Gehwege um die „Ursapharm-Arena“ verbreitert und ein Parkplatz für Reisebusse aufgeschüttet werden. Das ehemalige Waldstadion Kaiserlinde verfügt nämlich über keinen Bahnanschluss und die Auswärts-Fans müssten sonst per pedes von den Bahnhöfen Bildstock, Friedrichsthal-Mitte oder Sulzbach (Saar) Altenwald nach Elversberg pilgern, um ihre Teams anzufeuern. Aber das wird schon alles werden, ob es Markus Söder nun gefällt oder nicht.

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