Neues Bootsdrama

22 Migrantenleichen „auf Befehl“ ins Meer geworfen

Ausland
01.04.2026 09:38
Porträt von krone.at
Von krone.at

Im Mittelmeer sind 22 Migranten nach mehreren Tagen in einem Schlauchboot auf hoher See gestorben. Überlebende berichteten, dass die Leichen „auf Befehl eines Schleppers ins Meer geworfen“ wurden.

Die griechische Küstenwache erklärte, 26 Migranten, unter ihnen eine Frau und ein Minderjähriger, seien vor der Insel Kreta von einem Schiff der europäischen Grenzschutzbehörde Frontex gerettet worden. Sie wurden vorläufig in einer Aufnahmeeinrichtung untergebracht, bis die vorgesehenen Verwaltungsverfahren abgeschlossen sind.

Sechs Tage ohne Nahrung auf hoher See
Überlebende berichteten der Küstenwache, dass das Schlauchboot am 21. März die ostlibysche Hafenstadt Tobruk verlassen habe, um über das Mittelmeer nach Griechenland zu gelangen. „Während der Fahrt verloren die Passagiere die Orientierung und blieben sechs Tage ohne Nahrung und Wasser auf hoher See“, erklärte die Küstenwache. 22 Menschen seien daraufhin gestorben.

Gefährliche Mittelmeerroute

  • Der Weg über das zentrale Mittelmeer ist nach Angaben der Organisation die gefährlichste Flüchtlingsroute der Welt.
  • 606 Tote oder Vermisste gab es laut der UN zwischen Beginn des Jahres und Anfang März auf dem Mittelmeer. Die hohe Zahl der bei der Überquerung verunglückten Migranten mache dies zum „tödlichsten Jahresstart im Mittelmeer“ seit Aufzeichnungsbeginn im Jahr 2014, erklärte die Internationale Organisation für Migration (IOM).
  • Allein im vergangenen Jahr starben auf dieser Route demnach mindestens 1340 Menschen. Zwischen 2014 und 2025 starben laut IOM mehr als 33.000 Migranten im Mittelmeer oder wurden als vermisst gemeldet.

Zwei junge Schlepper festgenommen
Die griechischen Behörden nahmen zwei Männer im Alter von 19 und 22 Jahren fest, die südsudanesische Staatsbürger sind und die Schlepper sein sollen. Zwei Überlebende wurden zur Behandlung in ein Krankenhaus nach Heraklion gebracht.

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Wenn sichere Wege nicht zur Verfügung stehen, sind die Menschen gezwungen, sich in die Hände von Schleusern und Menschenhändlern zu begeben.

Die Internationale Organisation für Migration (IOM)

Schlepper weichen verstärkt auf Mittelmeerroute aus
Besonders seit der Instabilität in Libyen und der verstärkten Überwachung anderer Mittelmeerpassagen weichen Schleusernetzwerke verstärkt auf längere und gefährlichere Strecken im südöstlichen Mittelmeer aus. Die Überfahrt gilt als besonders riskant, da kleine Boote oft unzureichend ausgestattet sind und bei schlechtem Wetter kaum Überlebenschancen bestehen.

IOM: „Diese Todesfälle sind nicht unvermeidbar“
„Diese Todesfälle sind nicht unvermeidbar. Wenn sichere Wege nicht zur Verfügung stehen, sind die Menschen gezwungen, gefährliche Reisen auf sich zu nehmen und sich in die Hände von Schleusern und Menschenhändlern zu begeben“, erklärte die Internationale Organisation für Migration (IOM). Und fügte hinzu: „Wir müssen jetzt handeln, um sichere und reguläre Routen auszubauen und sicherzustellen, dass Menschen in Not erreicht und geschützt werden können, unabhängig von ihrem Status.“

Die Rettung von Menschenleben auf See und auf Landwegen sei eine gemeinsame globale Verantwortung, die einen anhaltenden politischen Willen, Ressourcen und schutzorientierte Maßnahmen erfordere. Damit könne man sicherstellen, „dass Migration sicherer, geordneter und humaner verläuft“.

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