Vor Groß-Protest
Bahn in Serbien stellte kompletten Verkehr ein
Die Serbischen Eisenbahnen (Srbija Voz) haben den Zugverkehr im gesamten Land überraschend eingestellt. Die Nachricht darüber wurde am Samstag in der Früh ohne Begründung verkündet. Hintergrund dürfte ein geplanter Studentenprotest im Zentrum von Belgrad sein.
Auf der Webseite des Verkehrsunternehmens erschien am Samstag um 04.15 Uhr eine knappe Mitteilung, wonach „bis auf weiteres“ in ganz Serbien keine Züge fahren würden. Ein Reporter der Nachrichtenagentur dpa erhielt am Samstagmorgen am Fahrkartenschalter der nördlichen Grenzstadt Subotica eine ähnliche Auskunft. Auch die dortige Schalterbeamtin konnte keine Begründung für den Totalausfall der Eisenbahnen nennen.
Teilnahme an Protest soll offenbar verhindert werden
In der Vergangenheit war es bereits zwei Mal vorgekommen, dass die Regierung von Präsident Aleksandar Vucic an Tagen geplanter großer Studentenproteste den Zugverkehr stoppte. Als Begründung waren im März und Juni des Vorjahres „anonyme Bombendrohungen“ vorgeschoben worden. Offenbar sollten Bürgerinnen und Bürger von außerhalb Belgrads daran gehindert werden, an den jeweiligen Kundgebungen teilzunehmen. Bei diesen waren damals dennoch jeweils zehntausende Menschen anwesend.
„Heute zeigt das Regime von Aleksandar Vucic und seiner Serbischen Fortschrittspartei (SNS) erneut, wie groß die Angst vor den eigenen Bürgern geworden ist“, sagte indes SPÖ-EU-Delegationsleiter Andreas Schieder. „Wenn eine Regierung Züge stoppt, um Bürger von Demonstrationen fernzuhalten, dann ist das kein Zeichen von Stärke mehr. Sondern von Panik“, so Schieder.
Große Demonstration am Samstagabend erwartet
Auch am Samstagabend erwarteten die Organisatoren auf dem Slavija-Platz in Belgrad wieder eine große Zahl von Demonstranten. Die geplante Kundgebung steht unter dem Motto „Du und ich auf dem Slavija, weil die Studenten siegen werden“.
Die geplante Demonstration fügt sich in eine breite Protestbewegung ein. Ausgelöst wurde sie durch den Einsturz eines Bahnhofsvordachs in der nordserbischen Stadt Novi Sad im November 2024. Die Studierenden, die die Kundgebungen anführen, kreiden das Unglück mit 16 Toten der Schlamperei und Korruption der Vucic-Regierung an. Diese reagierte auf die Proteste mit Gewalt gegen Demonstrierende und mit willkürlichen Verhaftungen von Organisatoren und Unterstützern.










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