Wie kann das sein?

Kakao wurde billiger, die Schokohasen aber teurer

Wirtschaft
27.03.2026 16:49
Porträt von krone.at
Von krone.at

Kurz vor Ostern greifen viele Kunden zum traditionellen Schokohasen – doch heuer sorgt der Blick aufs Preisschild oft für ein böses Erwachen. Während der wichtigste Rohstoff Kakao zuletzt deutlich billiger geworden ist, bleiben die Preise im Supermarkt hoch. Ein Widerspruch, der Fragen aufwirft.

Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ („FAZ“) berichtet, zeigt sich dieses Phänomen besonders deutlich bei saisonalen Produkten wie Osterhasen. Trotz fallender Kakaopreise kennen die Verkaufspreise seit Jahren vor allem eine Richtung: nach oben. Gerade in den Wochen vor Ostern – einer der wichtigsten Verkaufszeiten für Süßwaren – liegen die Preise traditionell auf ihrem Höchststand.

Kakaopreis ging um mehr als 60 Prozent zurück
Dabei hat sich die Lage auf den Rohstoffmärkten zuletzt klar entspannt. Nachdem sich der Kakaopreis zwischen 2023 und 2025 zeitweise mehr als verdoppelt hatte, ist er inzwischen massiv eingebrochen. Lag er im Vorjahr noch bei über 10.000 US-Dollar pro Tonne, bewegt er sich aktuell wieder bei rund 3100 Dollar – ein Rückgang von mehr als 60 Prozent.

Osterhasen werden deutlich teurer
In Österreich zeigt sich dennoch ein anderes Bild: Laut Statistik Austria sind die Preise für Schokolade 2025 deutlich gestiegen. Vollmilchschokolade verteuerte sich im Jahresvergleich um mehr als 20 Prozent, und auch Anfang 2026 lagen die Preise noch über dem Vorjahr.

Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Schoko-Osterhasen. Laut einer von der „FAZ“ zitierten Stichprobe der Verbraucherzentrale Hamburg stiegen die Preise einzelner Markenprodukte teils kräftig:

  • Milka-Schmunzelhase (90 g): +22,3 Prozent auf 3,29 Euro

  • Lindt-Goldhase (100 g): +16,3 Prozent auf 4,99 Euro

  • Lindt-Goldhase (200 g): +29 Prozent auf 8,99 Euro

Günstigere Alternativen blieben dagegen stabil: Ein einfacher Discounter-Hase kostete unverändert 99 Cent.

Warum sinkende Rohstoffpreise nicht ankommen
Dass niedrigere Kakaopreise nicht sofort bei Konsumenten ankommen, hat mehrere Gründe. Hersteller kaufen Rohstoffe oft langfristig ein – teils viele Monate im Voraus und zu damals hohen Preisen. Laut Branchenangaben wirken sich Veränderungen am Weltmarkt daher oft verzögert im Handel aus.

Zudem sind andere Kostenfaktoren weiterhin hoch: Energie, Verpackung oder Transport verteuern die Produktion zusätzlich. Auch darauf verweisen Unternehmen wie Lindt, die laut „FAZ“ betonen, dass stabile Qualität und Versorgung nur durch langfristige Planung möglich seien.

Ein bekanntes Muster
Das Phänomen erinnert an andere Branchen: Steigen Rohstoffpreise, werden Produkte schnell teurer – sinken sie, dauert es oft deutlich länger, bis das beim Endpreis ankommt. Die „FAZ“ zieht hier Parallelen zum Spritpreis, wo ähnliche Effekte beobachtet werden.

Ökonomen sprechen in solchen Fällen von „trägen Preisen“ – also Preisen, die sich nur langsam nach unten anpassen. Für Konsumenten bedeutet das: Entlastung kommt, wenn überhaupt, mit Verzögerung.

Kunden reagieren bereits
Die hohen Preise zeigen inzwischen Wirkung. Laut Marktforschern sank 2025 die verkaufte Menge an Schokoladenprodukten, besonders deutlich bei Weihnachtssüßigkeiten. Gleichzeitig greifen viele häufiger zu Sonderangeboten oder günstigeren Eigenmarken.

Auch in Österreich deutet vieles darauf hin, dass Konsumenten sensibler reagieren: Teure Markenprodukte verlieren an Attraktivität, während Discounter profitieren.

Süßes bleibt teuer – vorerst
Unterm Strich bleibt ein klares Bild: Obwohl sich der Kakaopreis deutlich erholt hat, sind Schokolade und Osterhasen weiterhin teuer. Ob und wann die sinkenden Rohstoffkosten tatsächlich bei den Konsumenten ankommen, ist offen – kurzfristig dürfte sich an den Preisen im Osternest wenig ändern.

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