Sind schlicht zu teuer

Supermarkt wirft Lindt-Hasen jetzt aus Sortiment

Wirtschaft
25.03.2026 14:47
Porträt von krone.at
Von krone.at

Schoko-Schock vor Ostern: Die drastisch gestiegenen Preise verärgern Kaufleute und Kunden gleichermaßen – nun nimmt ein deutscher Händler den Osterhasen von Lindt gleich ganz aus dem Sortiment. Ein 200-Gramm-Lindt-Goldhase kostet schließlich inzwischen fast 9 Euro – ein Niveau, das für kleine Geschäfte kaum tragbar ist.

Konkret sind der Lindt-Goldhase und andere Osterhasen beim Nachbarschaftsmarkt „nah&frisch“ in diesem Jahr nicht mehr zu haben. Kaufmann Tarik Sarikaya hat die Köstlichkeiten kurzerhand aus dem Sortiment verbannt – zur Freude vieler Kunden.

Rückmeldungen von Kunden sind „sehr positiv“
Die Entscheidung ist eine Reaktion auf drastische Preiserhöhungen. Laut der „Bild“ kostet ein 200-Gramm-Lindt-Goldhase aktuell 8,99 Euro – rund 28,6 Prozent mehr als noch im Vorjahr. „Das ist das erste Jahr, ohne den Osterhasen“, sagt Sarikaya. „Aber die Rückmeldungen von den Kunden sind sehr positiv und alle haben Verständnis.“

Kleine Supermärkte können hohe Preise nicht stemmen
Der Kaufmann erklärt, dass die Mindestbestellmenge für Osterartikel bei 1000 Euro liegt. Kleine Supermärkte wie seiner können diese Menge nicht absetzen. „Kunden schauen auf den Preis, schütteln den Kopf und stellen die Ware zurück. Am Ende bleibe ich auf 30 Prozent sitzen“, so Sarikaya. Ähnlich teuer seien Marken wie Milka und Kinder Schokolade. Auch Mitarbeiterin Sevgi Diksoy (63) lobt die Entscheidung: „Alle halten die Entscheidung für richtig und sagen, andere Läden sollten das auch machen.“

Günstigerer Kakao, trotzdem steigen Preise
Nicht nur der Handel, auch die Verbraucher spüren die steigenden Preise: Laut t-online ist der Milka Schmunzelhase (45 Gramm) innerhalb von sechs Jahren um 101 Prozent teurer geworden, der Lindt-Hasenpreis (50 Gramm) stieg um 84 Prozent. Ferrero erhöhte seinen Osterhasen innerhalb von zwei Jahren um 12,6 Prozent. Dabei sind die Rohkakao-Preise an der Börse sogar um rund 75 Prozent gefallen.

Eigenmarken als Alternative
Die Verbraucherzentrale Hamburg erklärt gegenüber dem Portal: „Die Schokoladenpreise steigen weiter, obwohl die Rohstoffpreise gefallen sind.“ Hersteller und Händler führen das auf langfristige Einkaufsverträge, gestiegene Energie-, Transport- und Personalkosten zurück. Ernährungsexpertin Tanja Schirmer empfiehlt dennoch: „Verbraucher können beim Einkauf sparen, wenn sie auf den Grundpreis achten und gezielt zu Eigenmarken oder Sonderangeboten greifen.“

Urenkel müssen auf Süßes verzichten
Für viele Stammkunden des Bergedorfer Marktes ist der Verzicht auf den Osterhasen akzeptabel. Marianne Papke (88) meint gegenüber der „Bild“: „Die Preise sind überzogen. 8,99 Euro würde ich nicht ausgeben. Für die Urenkel verzichten wir auf Süßes zu Ostern.“ Auch Stefan Röhr-Kramer (60) zeigt Verständnis: „Es ist toll, so einen Laden in der Nachbarschaft zu haben. Ich habe Verständnis, wenn Herr Sarikaya auf die Preise achten muss.“

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