Andreas Liegenfeld und Herbert Oschep, Kämpfer für Patriotismus im Trinkgenuss, lehnen sich gegen veraltete Kommissionsurteile auf und wollen den Weg frei machen für innovativen Zeitgeist des Geschmacks. Die Devise lautet: „Stolz auf Rot-Weiß-Rot im Glas!“
Der Weinskandal hat ab Mitte der 1980er-Jahre den Markt gewaltig aufgewirbelt. Die Winzerszene stand kopf. Österreichischer Wein war verpönt, der Ruf ruiniert. Heute ist die Qualität besser denn je. Rot-weiß-roter Grüner Veltliner, Zweigelt & Co. erfreuen rund um den Globus die Gaumen der Fachleute und Konsumenten gleichermaßen.
Hinter den Kulissen gärt es
Doch hinter den Kulissen gärt es. Die Sorgen der Winzer spricht Wein-Burgenland-Obmann Herbert Oschep direkt an. „Wenn man die Verkostungskommission so lässt, wie sie ist, verhindert man in gewisser Weise den Fortschritt und neue Stilistiken, die auf dem Markt voll angenommen werden.“ Nichts gegen die rot-weiß-rote Banderole, ganz im Gegenteil, sie stehe für die Marke Österreich und höchste Qualität, doch verstaubte Sichtweisen seien Stolpersteine auf dem Weg zur wertgeschätzten Etikette und längst überholt, sagt der Wein-Burgenland-Obmann.
„Verkoster mit einem veralteten Blickwinkel bieten keine Perspektiven für die Zukunft. Die Kommission darf nicht den Fehler machen, innovative Winzer zu boykottieren, so wird international absolut top bewerteten Weinen die Herkunft gestohlen“, spart der Wein-Burgenland-Obmann nicht mit Kritik. Seine Ansage hat jedenfalls kräftiges Bukett.
Das wohl beste Beispiel, wie Kreativität und Erfolg sabotiert werden können, ist Roland Velich aus Großhöflein, ein Visionär, ein Pionier – und unumstritten ein Meister seines Faches. Ein Umdenken wird also gefordert. So wie Oschep, einst Büroleiter von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, nimmt auch Andreas Liegenfeld, Präsident des Burgenländischen Weinbauverbandes, kein Rebblatt vor den Mund.
„Der Wein ist kein feiner Zwirn für erlauchte Kreise“
Mit aller Vehemenz stemmt er sich gegen elitäre Strömungen innerhalb der Branche: „Der Wein ist kein feiner Zwirn für erlauchte Kreise, wie einige wenige demonstrieren, sondern bodenständig. Wir brauchen keine Zwei-Klassen-Gesellschaft in der Weinwirtschaft.“ Liegenfeld und Oschep, mit einem Augenzwinkern „Weinzwillinge“ genannt, sehen sich als bedingungslose Brückenbauer: „Wir wollen, dass die institutionellen Kontrollmechanismen mit dem innovativen Wandel unserer Winzer Schritt halten. Das neue Weingesetz sollte alle Parameter garantieren und langfristig absichern.“ Nur so werde die rot-weiß-rote Banderole an der Flasche das Aushängeschild der österreichischen Weinwirtschaft bleiben. Fazit der beiden: „Es geht nur gemeinsam. Für unsere Winzer. Für den österreichischen Wein!“
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