SCHÖNSTE WANDERROUTEN

Geschichte(n) erwandern im Klostertal

Vorarlberg
29.03.2026 16:00

Die kleine Ortschaft Dalaas hat sich aus einer schon um 1300 bestehenden Bergwerksiedlung entwickelt. Historische Highlights und Gebäude lassen sich entlang eines Themenweges entdecken.

Ein EU-Leader-Projekt ist eine spezielle Förderinitiative der Europäischen Union zur Entwicklung ländlicher Regionen. Im Rahmen einer solchen Initiative werden an verschiedenen Orten des Klostertals historische Ortsrundgänge gestaltet, die bemerkenswerte Bauten und deren Geschichte in den Fokus rücken. Einer davon ist der Kulturweg „historische ArchitekTour in Dalaas“. Die Route startet bei der Bushaltestelle Erlenau und führt über die Parzelle Sonnenhalb – der Name verweist bereits auf die begünstigte Lage -, weiter geht es am Gemeindeamt vorbei. Im 19. Jahrhundert befand sich an dieser Stelle das Armenhaus von Dalaas. In der Einrichtung wurden benachteiligte Menschen von Mitgliedern des Ordens der Barmherzigen Schwestern betreut. Im Jahr 1915 brannte das Gebäude vollständig ab und wurde danach in massiver Steinbauweise neu errichtet.

Tipps & Infos

Typ: Themenwanderung
Dauer: eineinhalb bis zwei Stunden
Ausgangspunkt: Bushaltestelle Erlenau, Dalaas
Ausrüstung: Schuhe mit guter Profilsohle, dem Wetter angepasste Kleidung
Einkehrmöglichkeiten: Gasthof Post, Bäckerei Albrecht (Montag bis Samstag, 7 bis 12 Uhr)
Öffentliche Verkehrsmittel: Buslinie 720S (ab Bludenz Postamt oder Bludenz Bahnhof bis Erlenau Dalaas)

Mehr Infos zu interessanten Wegpunkten/Gebäuden: www.vorarlberg-alpenregion.at/klostertal/ Pflanzenporträt

Gotische Kirche mit barockem Charakter
Der Weg führt nun bergan zur Parzelle Bühel, dem alten Siedlungskern in der Nähe der Pfarrkirche. Der Name geht auf die Walser zurück, die auch in Dalaas siedelten. Als „Biel“ wurde ein (steiler) Hügel bezeichnet. Im Laufe der Zeit und durch Lautwandel wurde daraus „Bühel“. Dort stehen auf einer Geländestufe drei alte Anwesen, allesamt als verschindelte Blockbauten errichtet. Bei der Kirche handelt es sich um einen ursprünglich gotischen Bau, jedoch überwiegt seit der umfangreichen Restaurierung im 18. Jahrhundert der barocke Charakter. Im Jahr 1793 wurde der Turm des Sakralbaus erhöht und mit einer barocken Zwiebelhaube ausgestattet, gefertigt vom angesehenen Dalaaser Zimmermeister Franz Anton Purtscher. Das Inventar ist ebenfalls überwiegend barock geprägt, ergänzt durch Elemente im sogenannten Nazarenerstil. Die Deckenfresken entstanden gegen Ende des 19. Jahrhunderts und stammen vom Schrunser Maler Jakob Bertle. Auch die Lage der Kirche erzählt Geschichte: Ihr Standort auf der nördlichen Talseite verweist auf frühere Siedlungsschwerpunkte entlang der sonnigen Parzellen von Dalaas.

Die Heilig-Kreuz-Kirche und der Gasthof „Post“.
Die Heilig-Kreuz-Kirche und der Gasthof „Post“.(Bild: Rubina Bergauer)
Der Blick vom Dalaaser Bahnhof in Richtung der Parzelle Bühel. Die Arlbergbahn hat für das ...
Der Blick vom Dalaaser Bahnhof in Richtung der Parzelle Bühel. Die Arlbergbahn hat für das Klostertal große Bedeutung.(Bild: Rubina Bergauer)

Erinnerung an eine Naturkatastrophe
Folgt man der schmalen Straße von der Kirche weiter in Richtung Bahnhof, dann kommt man an einem großen, schlichten Kreuz mit Eisenplakette vorbei, welches an die Muttentobel-Lawine von 1954 erinnert. Damals hatten sich am 12. Jänner kurz nach Mitternacht gewaltige Schneemassen unterhalb der sogenannten Allhöhe gelöst. Die daraus resultierende Lawine erfasste einen eingeschlossenen Personenzug, dessen Insassen mit dem Schrecken davonkamen. Die Wucht der talwärts donnernden Schneemassen zerstörte jedoch das Bahnhofsgebäude. In den Trümmern kamen zehn Menschen ums Leben, darunter der überregional bekannte Fachmann für Naturereignisse, Bahnmeister Wilhelm Purtscher. Die Gedenkstätte ist den Opfern dieser Naturkatastrophe gewidmet.

Duftveilchen

Das Duftveilchen (Viola odorata) ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die vor allem durch ihren intensiven, angenehmen Duft bekannt ist. Es gehört zur Familie der Veilchengewächse und ist in Europa sowie in Teilen Asiens heimisch. Besonders häufig findet man es in lichten Wäldern, an Waldrändern, in Gärten oder auf schattigen Wiesen, wo es sich durch Ausläufer rasch ausbreiten kann und oft dichte Teppiche bildet. Die Pflanze wird meist nur etwa fünf bis 15 Zentimeter hoch und besitzt herzförmige, dunkelgrüne Blätter, die in einer bodennahen Rosette angeordnet sind. Ihre charakteristischen Blüten erscheinen früh im Jahr, häufig schon im März oder April, und sind meist violett, seltener weiß oder rosa. Der süßliche Duft der Blüten dient nicht nur der menschlichen Wahrnehmung, sondern lockt auch bestäubende Insekten wie Bienen und Schmetterlinge an. Interessanterweise bildet das Duftveilchen neben den auffälligen Blüten auch unscheinbare, sich selbst bestäubende Blüten aus, was seine Fortpflanzung zusätzlich sichert. Historisch spielte das Duftveilchen früher auch eine bedeutende Rolle in der Parfümherstellung.

Das Duftveilchen.
Das Duftveilchen.(Bild: Rubina Bergauer)

Danach führt die Strecke an der Pestkapelle (Kapelle St. Sebastian) vorbei und wieder Richtung Tal auf der gegenüberliegenden Seite der Alfenz ostwärts bis zur Bushaltestelle Kristbergsaal. Weitere interessante Stationen entlang der Route sind unter anderem die Heilig-Kreuz-Kirche, ein Wallfahrtsziel von regionaler Bedeutung. Ursprünglich stand an deren Stelle eine Feldkapelle mit einem Kruzifix, dem wundertätige Wirkung zugesprochen wurde. Heute befindet sich dieses am Hochaltar der Heilig-Kreuz-Kirche. Dass es dazu kam, ist der großzügigen Stiftung eines Dalaasers zu verdanken, der im gegenüberliegenden Gasthof „Schwarzer Adler“ (heute Gasthof „Post“) seine Jugendjahre verbracht hatte. Nach Studien in Wien machte der Vorarlberger in Diensten der Habsburger in Prag Karriere und wurde als Johann Christian Ritter von Strolz geadelt. Sein Porträt befindet sich heute im Vorraum der von ihm gestifteten Kirche.

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