AK-Präsident Bernhard Heinzle schlägt angesichts der jüngsten Daten Alarm und fordert, dass die politisch Verantwortlichen endlich ins Tun kommen soll. Vorarlberg brauche dringend mehr gemeinnützige Wohnungen.
Wer in Vorarlberg lebt und nicht in den eigenen vier Wänden wohnt, muss für die Mietwohnung tief in die Tasche greifen. Eine aktuelle Umfrage der Vorarlberger Arbeiterkammer (AK) unter rund 2000 Teilnehmern enthüllt das ganze Drama: Im Schnitt gehen bereits 39 Prozent des Einkommens nur für Miete und Betriebskosten drauf. Wer privat mietet, ist sogar noch schlimmer dran: Hier fressen die Wohnkosten im Schnitt besorgniserregende 44 Prozent des eigenen Budgets auf.
Hohe Mietpreise beeinflussen Familienplanung
Besonders hart trifft es junge Menschen und Familien: Der Traum von den eigenen vier Wänden ist längst geplatzt. Weil die Mieten durch automatische Index-Erhöhungen regelrecht explodieren, die Löhne aber hinterherhinken, schränken sich Familien massiv ein. Manche müssen wegen der Kosten sogar ihren Kinderwunsch verschieben. Mehr als jeder Dritte plant bereits den Umzug in eine kleinere Wohnung.
„Wohnen darf kein existenzielles Risiko werden. Die Landesregierung muss angesichts dieser Zahlen endlich aufwachen und eine gesetzlich verankerte Ausbaustrategie für den gemeinnützigen Wohnbau vorlegen“, fordert Vorarlbergs AK-Präsident Bernhard Heinzle. Die Wohnbauförderung (190 Millionen Euro im Jahr 2025) löse das Problem nicht, da nur jene profitieren würden, die sich den Bau eines Hauses oder den Kauf einer Wohnung leisten können.
Wohnbeihilfe zeigt nicht gewünschte Wirkung
Die staatliche Wohnbeihilfe, die weniger gut betuchte Menschen beantragen können, verpufft laut Experten fast wirkungslos, weil sie komplett an der Realität vorbeigeht: Während das Land Mieten nur bis zu 11,50 Euro pro Quadratmeter bezuschusst, kostet der Quadratmeter auf dem freien Markt nämlich im Schnitt schon über 16 Euro! „Das System der Wohnbeihilfe kann den aus den Fugen geratenen privaten Wohnungsmarkt also nicht reparieren“, erklärt AK-Wohnbau-Expertin Ulrike Stadelmann. „Einkommensschwache Haushalte erhalten zwar eine gewisse Entlastung, das hohe Mietniveau insgesamt wird dadurch aber gestützt und weiter befeuert.“
Beim geförderten Wohnbau, den AK-Präsident Heinzle gerne vorantreiben würde, ist das Ländle abgeschlagenes Schlusslicht in Österreich. Nur 13 Prozent der Vorarlberger wohnen im gemeinnützigen Sektor – im Rest des Landes ist es fast jeder Vierte. Die Forderung der AK ist klar: Es braucht sofort mehr gemeinnützige Wohnungen und billiges Bauland, damit Wohnen im Ländle wieder für alle leistbar und nicht zur Existenzfrage wird.
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