Heftigere Stürme

Blitze am Jupiter 100-mal stärker als auf der Erde

Wissen
26.03.2026 15:51

Blitze auf dem Jupiter können das 100-Fache der Energie von Blitzen auf der Erde haben. In Einzelfällen sind sie laut einer Studie sogar eine Million Mal stärker. Verantwortlich dafür sind Stürme, die auch viel heftiger sind als jene auf unserem Heimatplaneten.

Auf dem massereichen Jupiter toben gewaltige Stürme auf, von denen einige Jahrhunderte andauern. Laut einer neuen Studie von Wissenschaftlern der University of California in Berkeley erzeugen manche dieser Stürme zudem gewaltige Blitze. Diese sind 100-mal stärker als Blitze auf der Erde – und möglicherweise sogar noch viel stärker. Nahezu jede Raumsonde, die bisher an Jupiter vorbeigeflogen ist, hat diese Blitze, die auf der Nachtseite des Planeten sichtbar waren, registriert.

Das zeigt eine aktuelle Studie, die Daten der NASA-Sonde „Juno“, die seit 2016 den Planeten umkreist, ausgewertet hat. „Juno“ tastet die Atmosphäre des Jupiters mit einem Mikrowellenradiometer abtastet, das Funkwellen von Blitzen erfassen kann, ähnlich wie die Funkstörungen, die Blitze auf der Erde verursachen.

Künstlerische Illustration: Die NASA-Sonde „Juno“ vor dem Jupiter
Künstlerische Illustration: Die NASA-Sonde „Juno“ vor dem Jupiter(Bild: NASA)

Frühere Forschungen hatten darauf hingedeutet, dass die Blitze auf dem Jupiter den energiereichsten Blitzen auf der Erde – die als „Superblitze“ bekannt sind – ähnelten. „Auf dem Jupiter geben uns die Blitze Aufschluss über die Konvektion, also darüber, wie sich die Atmosphäre in Bewegung setzt und Wärme aus den unteren Schichten transportiert“, wird einer der Studienautoren auf der Website der University of California zitiert. Diese funktioniere auf der Erde und auf dem Jupiter aber etwas unterschiedlich, da die Atmosphäre des Jupiter überwiegend aus Wasserstoff bestehe.

Stärkere Stürme – intensivere Blitze?
Die Luft auf der Erde bestehe hingegen größtenteils aus Stickstoff, der schwerer ist als Wasser; daher sorgt das hinzugefügte Wasser dafür, dass feuchte Luft einen größeren Auftrieb hat. Die schwerere feuchte Luft auf dem Jupiter bedeute nicht nur, dass ein Sturm dort viel mehr Energie benötige, um aufzusteigen, sondern auch, dass er deutlich mehr Energie freisetze, wenn er die oberste Schicht der Atmosphäre schließlich erreicht, was zu hohen Windgeschwindigkeiten und intensiven Blitzen zwischen den Wolken führe, so die Forscher.

„Zwar deuten stärkere Blitze auf höhere Spannungen zwischen den Wolken hin, doch die genauen Mechanismen ihrer Entstehung auf dem Jupiter im Vergleich zur Erde sind nach wie vor ein Rätsel“, wird einer der Forscher auf der Website der der University of California zitiert.

Möglicherweise sei der entscheidende Unterschied in der Zusammensetzung der Atmosphäre – Wasserstoff statt Stickstoff – zu suchen. Oder es könnte daran liegen, dass die Stürme auf dem Jupiter höher sind und daher größere Entfernungen zurückgelegt werden, berichten die Wissenschaftler. Stürme auf dem Jupiter sind mehr als 100 Kilometer hoch. Zum Vergleich: Jene aufder Erde nur maxiaml zehn Kilometer.

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