Gespannt sind nicht nur die Fans auf die bald startende Fußball-WM, an der Österreich erstmals seit 1998 teilnimmt – sondern auch deren „Versorger“ wie die hiesige Brauwirtschaft. Nach einem zuletzt sinkenden Absatz könnten „grundsätzlich starke Impulse“ des Großereignisses gerade recht kommen ...
Allerdings zeichnen die Brauereien ein differenziertes Bild ähnlich jenes der Gastronomie, denn die Ankickzeiten sind spielortbedingt in Nordamerika für Mitteleuropa schwierig. „Die speziell für den Außer-Haus-Konsum ungünstigen TV-Übertragungszeiten sowie die Erfahrungen von vergangenen Großereignissen dämpfen die wirtschaftlichen Erwartungen“, teilte der Brauereiverband mit. „Großereignisse halten wirtschaftlich immer seltener, was sie versprechen.“ Das habe auch die Fußball-EM 2024 mit „normalen“ Anpfiffzeiten veranschaulicht.
WM kein Garant, aber Chance für gutes Geschäft
Die Fußball-WM 2026 wird also nicht als Garant, sondern als Chance unter besonderen Bedingungen gesehen. Zumindest Österreichs Vorrunden-Schlagerspiel gegen Argentinien könnte aber ordentlich Umsatz bringen. Zwar steigt es an einem Montag, aber um 19 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit.
Die anderen beiden Spiele (Jordanien am 17. Juni um 6 Uhr MESZ, Algerien am 28. Juni um 4 Uhr MESZ) finden zeitig in der Früh statt. „Für den Außer-Haus-Konsum ist das herausfordernd, weil sich diese ungewöhnlichen Öffnungszeiten wirtschaftlich schwer abbilden lassen und für Event-Veranstalter wie Gastronomen risikoreich sind.“
Freilich können auch Spiele ohne Austro-Beteiligung hiesige Fans anziehen und für Konsum sorgen. Zudem könnte ein Weiterkommen Österreichs für mehr Spiele mit heimischer Beteiligung und gesteigerte Euphorie sorgen.
Konsum eher im privaten Raum erwartet
Auf die Rahmenbedingungen wollen die Brauereien jedenfalls flexibel eingehen. Nachdem zu erwarten ist, dass sich der Bier-Konsum eher in den privaten Bereich verlagern wird, setzen Brauereien auf Produkt- und Markeninszenierungen im Lebensmittelhandel, schnüren Fan-Pakete für Daheim oder starten digitale Kampagnen für Home-Viewing-Events. Ebenso nutzen Brauereien ihre eigenen Shops oder den Rampenverkauf als zusätzliche Plattformen für Kaufimpulse.
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