Thailand, Ägypten & Co

Warum Fernreisen wegen des starken Euros boomen

Wirtschaft
26.03.2026 20:00

Trotz der Teuerung und internationalen Konflikten zieht es viele Österreicher weiterhin in den Urlaub. Besonders ferne Destinationen werden dank starkem Euro interessanter. Warum das so ist und worauf bei Reiseversicherungen angesichts der geopolitischen Situation geachtet werden sollte ...

Die Reiselust der Österreicher bleibt auch 2026 trotz Sparmaßnahmen und geopolitischer Spannungen ungebrochen: Laut Ruefa Reisekompass planen rund 90 Prozent einen Urlaub in diesem Jahr. Besonders gefragt sind Fernreisen – ein Trend, der auch mit Wechselkurseffekten zusammenhängt.

Der aktuell starke Euro sorgt dafür, dass man für denselben Betrag mehr Fremdwährung erhält, wodurch Reisen in Länder außerhalb der Eurozone oft günstiger werden. Das erhöht die Attraktivität dieser Destinationen, da das Budget vor Ort weiter reicht und sich Urlauber mehr leisten können. Gleichzeitig verlieren Ziele in Europa an Reiz, da dort spürbare Preissteigerungen die Kosten in die Höhe treiben.

Wechselkurseffekte

Wenn zum Beispiel der Euro gegenüber dem US-Dollar an Wert gewinnt, erhält man für denselben Betrag in Euro mehr Dollar. Dadurch steigt die Kaufkraft im Ausland und beispielsweise Hotels oder Restaurantbesuche wirken für Reisende aus der Eurozone plötzlich günstiger. 

Eine Auswertung des Vergleichsportals Durchblicker auf Basis von Abschlüssen von Reiseversicherungen zeigt, dass vor allem Thailand, Ägypten und die Türkei bei Österreichern hoch im Kurs stehen. Ausschlaggebend sind auch hier die Wechselkurse: „In Ägypten erhält man heuer durch den starken Euro und das schwächere ägyptische Pfund rund zehn Prozent mehr Gegenwert als noch vor einem Jahr“, erklärt Versicherungsexpertin Sarah Schwarzer. Parallel dazu geht die Nachfrage nach klassischen Urlaubsländern wie Italien und Kroatien deutlich zurück – um 13 beziehungsweise 23 Prozent –, da dort die Preise merklich gestiegen sind.

Zitat Icon

Ziele in Europa werden teurer, während viele Fernreiseziele außerhalb Europa teilweise sogar günstiger werden. Das führt zu einem Boom bei Fernreisen.

Sarah Schwarzer, Versicherungsexpertin bei Durchblicker

Weniger Reisen in die USA und Unsicherheit im Nahen Osten
Die USA verlieren weiter an Beliebtheit. Bereits im Vorjahr hatte die zweite Amtszeit von US-Präsident Donald Trump einen deutlichen Rückgang ausgelöst, heuer ist die Nachfrage laut Durchblicker nochmals um rund 18 Prozent gesunken. Gleichzeitig wirken sich die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten zunehmend auf das Reiseverhalten aus. Zwar profitieren Länder wie die Türkei und Ägypten grundsätzlich von günstigen Wechselkursen, doch das Sicherheitsbedürfnis vieler Reisender ist zuletzt spürbar gestiegen. „Wir beobachten, dass Urlauber verstärkt auf umfassenden Versicherungsschutz achten und häufiger Storno- sowie Reisekrankenversicherungen abschließen, wenn sie in Regionen reisen, die als weniger stabil gelten“, so Schwarzer.

Reisewarnungen bei Reiseversicherungen inbegriffen
Vor diesem Hintergrund rät die Expertin, Reiseversicherungen besonders sorgfältig zu vergleichen. Zwar sind kriegerische Ereignisse – wie aktuell im Iran – grundsätzlich ausgeschlossen, doch einige Tarife erkennen neu ausgesprochene Reisewarnungen als Stornogrund an. Diese Option wird im Durchblicker-Vergleich angezeigt, wenn ein erweiterter Stornoschutz gewählt wird.

Angesichts zunehmender geopolitischer Unsicherheiten kann sich dieser Schutz vor allem bei teureren Reisen lohnen. Von Versicherungen direkt über Reiseveranstalter oder Buchungsplattformen rät Schwarzer hingegen eher ab, da diese häufig teurer sind und Reisewarnungen in vielen Fällen nicht abdecken.

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