Dennoch Kürzungen

Aufatmen im Murtal: Kinderpsychiaterin verlängert

Steiermark
23.03.2026 18:00

Aufgrund von Sparmaßnahmen sollte die letzte Kinderpsychiaterin der Region Murau-Murtal ihren Job verlieren. Doch jetzt können Betroffene aufatmen: Im Sinne der Versorgungssicherheit wurde dies abgewandt. Allerdings muss stattdessen an anderer Stelle gespart werden ...

Die Meldung schlug hohe Wellen: Die letzte Kinder- und Jugendpsychiaterin der Region Murau-Murtal müsse ab April ihren Posten aufgeben, junge Patienten würden ihre Bezugsperson verlieren und müssten künftig zur Therapie nach Leoben fahren. Das Psychosoziale Netzwerk (PSN), bei dem die Ärztin angestellt ist, könne sich ihren Posten schlichtweg nicht mehr leisten.

Der Missstand wurde zum Thema im Landtag und brachte schließlich Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl (ÖVP) zum Handeln: „Es muss sichergestellt sein, dass es keine Versorgungslücken für die Bevölkerung gibt, daher habe ich mich dafür eingesetzt, dass auch im Murtal nicht bei der Kinderpsychiatrie gespart werden darf.“

Das Beratungszentrum Judenburg ist einer von zwei Sitzen des Psychosozialen Netzwerks.
Das Beratungszentrum Judenburg ist einer von zwei Sitzen des Psychosozialen Netzwerks.(Bild: PSN)

Eltern betroffener Kinder können jetzt aufatmen – die Psychiaterin wird weiterhin an den beiden Standorten in Judenburg und Liezen zur Verfügung stehen. „Der Vertrag wurde verlängert“, bestätigt auch PSN-Geschäftsführer Gregor Hoffmann der „Krone“.

Der Vertrag wird verlängert, aber im Gegenzug muss woanders gespart werden.

Gregor Hoffmann

Geschäftsführer Psychosoziales Netzwerk

Für ihn ist es allerdings keine reine Jubelmeldung, vielmehr müsse man eine „sehr bittere Pille“ schlucken. Der Hintergrund: Mehr Geld gibt es für den Träger durch die politische Entscheidung nicht. „Im Gegenzug muss woanders gespart werden“, erklärt er. Weil die Fachärztin dem Unternehmen teuer kommt, müssen stattdessen 50 Wochenstunden beim restlichen Personal eingekürzt werden. Zum Vergleich: Die Psychiaterin steht im Ausmaß von 6,8 Wochenstunden zur Verfügung.

Das PSN wirtschaftet seit den Sozialkürzungen im Vorjahr ohnehin mit einem deutlich geringeren Budget. „Wir haben absolutes Verständnis, dass gespart werden muss, aber man muss sich fragen, an welcher Stelle“, sagt Hoffmann. 40 Millionen Euro werden laut Büro Kornhäusl in die sozialpsychiatrische und psychosoziale ambulante Versorgung investiert. „Der Therapiebedarf ist riesig und steigt permanent“, entgegnet Hoffmann.

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