Die Champions League neigt sich langsam dem Ende zu, was nach den ganzen Spielen gar nicht so einfach war, wie „Krone“-Autor Harald Petermichl in seiner neuesten Kolumne bemerkt. Am Ausgang scheint sich jedenfalls auch in diesem Jahr nicht viel zu verändern.
So allmählich kommt doch ein wenig Licht in die Sache, denn seit Mittwoch steht endlich fest, welche acht Teams die Möglichkeit haben, am 30. Mai in der Puskás Arena zu Budapest die UEFA Champions League zu gewinnen. Bis es so weit war, galt es zwar zunächst kleinere Vorgeplänkel wie Qualifikation, Ligaphase und Achtelfinale zu überstehen, aber das war in einem äußerst schlanken Format relativ rasch, übersichtlich und unaufwendig erledigt. Letztlich brauchte es nämlich in insgesamt 268 ausgetragenen Begegnungen, sofern man Nachspielzeiten und Verlängerungen der Einfachheit halber weglässt, lediglich 402 Stunden oder 16,75 Tage à 24 Stunden Dauerfußball, um das illustre Teilnehmerfeld für das Viertelfinale zu ermitteln.
Die Entwicklung des Bewerbs seit seiner Gründung 1955/56, als er „Europapokal der Landesmeister“ hieß, ist eindrucksvoll und spricht für die ökonomische Weitsicht der UEFA. Standen damals die letzten acht Mannschaften schon nach lächerlichen 16 Spielen fest, brauchte es dafür 1975/76 bereits 48 und vor einem Vierteljahrhundert immerhin 224 nervenzerfetzende Pokalfights. Man sieht, das Wachstum ist zumindest im Fußball ungebremst und die UEFA auf eindrucksvollem Expansionskurs. Für eine weitere Inflation des Bewerbs wäre lediglich die aktuelle Teilnehmerzahl von 82 auf meinetwegen 164 Teams zu erhöhen und man käme so locker auf drei- bis vierhundert zusätzliche Begegnungen. Derlei Pläne schlummern sicher längst in irgendwelchen Schubladen im Städtchen Nyon.
Beim Viertelfinale wird es sich nun um eine Art anglo-iberischen Wettbewerb mit dezenter französischer und deutscher Beteiligung handeln, aber so ist das halt, wenn nach dem Motto „Namen sind Schall und Rauch“ in der sogenannten Champions League nicht nur die Landesmeister, sondern am Beispiel England gleich sechs Vertreter eines Landes antreten dürfen, um die knapp acht Kilo Sterlingsilber zu ergattern. Čeferin und Konsorten wird das nicht weiter anfechten, sie werden vielmehr stolz darauf verweisen, dass diesmal mit 68 Toren in 16 Achtelfinals ein neuer Rekord aufgestellt wurde. Das stimmt, denn in den letzten zehn Jahren bewegte man sich hier immer zwischen 36 und 52, mit Ausnahme von 2016/2017, als die Bayern diesen Wert mit einem Gesamt-Score von 10:2 gegen Arsenal signifikant auf 62 verbesserten. Genutzt hat das am Ende aber auch nichts, denn es waren doch wieder die Königlichen aus Madrid, die ihren carpintero zum fünfzehnten Mal mit der Vergrößerung ihres Pokalschranks beauftragen mussten.
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