Endlich sind sie eröffnet, die XXV. Olympischen Spielen in Mailand/Cortina. Keine leichte Geburt – und damit sind nicht nur die Schwierigkeiten mit einzelnen Sportstätten im Vorfeld gemeint. Das weiß auch „Krone Vorarlberg“-Autor, der sich für seine Kolumne „Ach, übrigens...“ am Freitagabend aufmerksam die Eröffnungsfeierlichkeiten angeschaut hat.
Manche Menschen finden immer eine Suppe im Haar und empören sich seit Tagen darüber, dass in Cortina d’Ampezzo die Seilbahn, die zum Tofane Alpine Skiing Center fahren soll, nicht rechtzeitig zu den Winterspielen fertig geworden sei. Das ist natürlich blanker Unsinn und fast schon rufschädigend, denn die nachweislich nicht von einem einschlägigen Vorarlberger Unternehmen errichtete Aufstiegshilfe ist sehr wohl fertig. Es fehlen nur die Gondeln, die aber (da gibt es unterschiedliche Aussagen) in den nächsten Tagen oder Wochen geliefert werden sollen. Jetzt werden halt für die etwa 7.000 zu transportierenden Ski-Fans Shuttle-Busse eingesetzt, weswegen in Cortina für zwei, drei Tage die Schule ausfallen soll, damit man genügend fahrbare Untersätze hat. Eine grandiose Strategie, junge Menschen bereits im Schulalter für die weltumspannende olympische Idee zu begeistern.
Auf den Spuren von U2 und den Simple Minds
Mit Marco Balich, einst Tourmanager von U2 und den Simple Minds, hatte man für die Eröffnungszeremonie einen alten Kämpen engagiert, der schon mehrfach olympisch tätig war. Keine Experimente also. Wobei der auf vier Orte verteilte Einmarsch der Athlet:innen vermutlich als eine der schlechtesten Ideen aller Zeiten in die olympische Geschichte eingehen dürfte, weil schwer vorstellbar ist, dass man im nicht ausverkauften San Siro (es hätte noch Karten zwischen 700 und 2.000 Euro gegeben) davon begeistert war, dass statt Sportler:innen teilweise nur stilisierte Eisblöcke mit Nationenaufdruck zu bestaunen waren, die von futuristischen Figuren in silbernen Puffergewändern und dunklen Skibrillen in die Arena getragen wurden. Nach schier endlosen zweieinhalb Stunden konnten dann aber doch noch entscheidende protokollarische Dinge erledigt werden.
Feuer an, Licht aus
Und so durfte Staatspräsident Sergio Matarella um 22.51 Uhr die Spiele offiziell eröffnen, nachdem sich IOC-Präsidentin Kirsty Coventry, „die neue Bach“, wie Johannes Aumüller sie in der SZ jüngst tituliert hat, sich als große Athlet:innenversteherin gegeben hatte, ohne wirklich etwas zu sagen. Immerhin hat sie sich nicht, wie weiland ihr Vorgänger Thomas Bach, zu der Behauptung hinreißen lassen, der alte Pierre de Coubertin habe ihr beim Spaziergang durch den Garten zugelächelt. Zu guter Letzt durften nach dem unvermeidlichen „Nessun dorma“ von Andrea Bocelli und dem endgültig anachronistischen olympischen Eid Sofia Goggia in Cortina sowie Deborah Compagnoni und Alberto Tomba in Mailand das olympische Doppelfeuer entfachen. Da war es dann schon 23.27 Uhr. Gähn!
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