Ach, übrigens...

Von Bagdad nach Stambul

Vorarlberg
15.03.2026 12:25

Der Krieg im Iran sorgt für große Ungewissheit auf der ganzen Welt, aber auch speziell bei den Fußball-Nationalmannschaften, die in ein paar Monaten eine Weltmeisterschaft spielen sollten. „Krone“-Autor Harald Petermichl ist nicht zufrieden mit den Lösungsansätzen der FIFA, die der Weltverband für die betroffenen Länder hat.

Es ist gar nicht so leicht zu recherchieren, ob Gianni Infantino nach wie vor seinen Lebensmittelpunkt im derzeit eher ungemütlichen Doha, der Hauptstadt von Qatar, hat und ob seine Töchter immer noch dort eingeschult sind. Wie man überhaupt verdächtig wenig von ihm hört, obwohl in drei Monaten die großartigste WM aller Zeiten in Mexico, Canada und Trumpistan beginnen soll. Bis dahin sind allerdings noch ein paar Startplätze zu vergeben, sowohl auf europäischer als auch auf interkontinentaler Ebene, bevor Ende März alle wissen werden, auf welche Gegner sie sich letztlich einzustellen haben. Sofern nichts dazwischenkommt, denn obwohl der Weltfußball bekanntlich völlig unpolitisch ist, sind in den letzten Tagen ein paar Problemchen aufgetaucht, die noch ihrer Lösung harren.

Von FIFA-Boss Gianni Infantino sah man zuletzt ungewöhnlich wenig.
Von FIFA-Boss Gianni Infantino sah man zuletzt ungewöhnlich wenig.(Bild: AFP/APA/Frederic J. BROWN)

So sieht Graham Arnold, Trainer der „Löwen Mesopotamiens“, also des irakischen Nationalteams, aufgrund der aktuellen geopolitischen Lage größere Schwierigkeiten, seine Spieler, die teilweise im Irak, teilweise irgendwo anders leben, für eine vernünftige Vorbereitung zusammenzubekommen, um sich anschließend im mexikanischen Monterrey gegen den Sieger der Begegnung Bolivien vs. Suriname das erste WM-Ticket seit 1986 zu sichern, weil dies wegen diverser gesperrter Lufträume im Moment eine logistische Herausforderung darstellt. Und so hat sich Arnold mit der Bitte „Helfen Sie uns. Wir haben große Probleme, die Spieler aus dem Irak zu bekommen“ an die FIFA gewandt, die, so weiß es „The Guardian“, umgehend den großartigen Vorschlag gemacht hat, man möge halt mit dem Auto in die Türkei fahren und von dort nach Mexico fliegen.

Ziemlich gute Idee, denn von Bagdad nach Istanbul sind es, sofern man die Route über Abu Kamal, Aleppo, Adana und Ankara wählt, gerade mal gute 2.000 Kilometer, die sich locker in gut 30 Stunden bewältigen lassen. Vermutlich hat man sich in Zürich von Karl May inspirieren lassen, der schon 1892 einen passenden Reiseroman mit dem Titel „Von Bagdad nach Stambul“ verfasst hat, in dem Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar etc. mit ihren Kumpanen genau diese Strecke erfolgreich zurücklegen. Zwar nicht ohne den einen oder anderen Zwischenfall, aber wir reden hier schließlich auch von Karl May und nicht von Karl Baedeker, also alles halb so wild. Und überhaupt: Sollte Iran die WM boykottieren, könnte Irak einfach nachrücken und das lästige Play-off den Vereinigten Arabischen Emiraten überlassen. Sieht so aus, als könne man sich darauf verlassen, dass die FIFA immer und für alles eine Lösung hat.

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