In Deutschland hat ein brisanter Fall für Aufsehen gesorgt: Eine Chemiefabrik durfte einen potenziell gesundheitsschädlichen Stoff in einen Fluss einleiten – mit behördlicher Genehmigung. Jetzt stellt sich die Frage, ob das in Österreich auch möglich wäre. Die Grünen haken nach.
Der Fall aus Deutschland hat es in sich: Die sogenannte „Ewigkeitschemikalie“ Trifluoressigsäure (TFA) wurde aus einem Chemiewerk in den Fluss Neckar eingeleitet – und das sogar legal. Es handelt sich um einen Stoff, der sich in der Umwelt kaum abbaut und im Verdacht steht, gesundheitsschädlich zu sein. Er gehört zu der Gruppe der PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen)-Chemikalien, die zu Gesundheitsproblemen wie Leberschäden, Schilddrüsenerkrankungen, Fettleibigkeit, Fruchtbarkeitsstörungen und Krebs führen können.
Das alleine sei für die Grünen in Österreich schon ein Grund für ein PFAS-Verbot, allerdings gäbe es „mehr als 10.000 verschiedene PFAS-Stoffe, und von den meisten ist schlicht nicht bekannt, ob sie toxisch sind oder nicht“, heißt es seitens der Grünen gegenüber der „Krone“. Auch in Österreich gibt es Firmen, die PFAS jedenfalls in ihren Fertigungsprozessem verwenden. Ob diese dann auch in unsere Flüsse abgeleitet werden, ist aber unklar.
Unsere Gewässer sind ein wertvolles Gut, das wir für die nächsten Generationen bewahren müssen

Lukas Hammer, Nationalrat für die Grünen
Bild: APA/GEORG HOCHMUTH
„Muss sofort gestoppt werden“
Vor diesem Hintergrund hat der grüne Umweltsprecher Lukas Hammer eine parlamentarische Anfrage an den Landwirtschafts- und Umweltminister Norbert Totschnig angekündigt. Ziel sei es, die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Umgang mit PFAS-haltigen Abwässern in Österreich zu klären: „Unsere Gewässer sind ein wertvolles Gut, das wir für die nächsten Generationen bewahren müssen. Sollten in Österreich – wie es etwa in Deutschland der Fall ist – tatsächlich PFAS-haltige Abwässer in unsere Flüsse geleitet werden, so muss das sofort gestoppt werden“, so Hammer, der konkret wissen will, ob es in Österreich Industrieunternehmen gibt, die PFAS in Gewässer ableiten, ob dafür Genehmigungen bestehen und welche Grenzwerte dabei gelten.
„PFAS verschwinden – einmal freigesetzt – nie wieder aus der Umwelt. Daher unsere Forderung: Keine Ewigkeitschemikalien in unsere Flüsse.“ Besondere Aufmerksamkeit gilt derzeit der Verbindung Trifluoressigsäure (TFA). Die AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) empfiehlt sogar, den Stoff vorsorglich als humantoxikologisch relevant einzustufen, solange keine EU-weit harmonisierte Bewertung vorliegt.
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