Nach Jacken-Skandal

Giftige Chemikalien: PFAS im Alltag vermeiden

Leben
29.01.2026 07:00

PFAS können unserer Gesundheit schaden. Einige stören das hormonelle Gleichgewicht, andere schwächen das Immunsystem oder stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Dennoch stecken sie in viel mehr Alltagsprodukten, als den meisten klar ist: nicht nur in Kleidung, sondern auch in Pfannen, Kosmetik, Verpackungen und vielem mehr.

PFAS finden sich in Fischen, Wildtieren, Vögeln, Bienen – sogar in den Eisbären der Arktis. Sie sind in vielen Produkten, weil sie wasser- und schmutzabweisend wirken und Produkte daher fleckenresistent und fettabweisend machen. Im Gegenzug können gesundheitsgefährliche Chemikalien drin sein.

Überdies werden PFAS von großen Industriebetrieben verwendet, als Pestizide eingesetzt und in Feuerlöschschäumen versprüht. Besonders in der Nähe von Flughäfen haben solche Feuerlöschmittel das Grundwasser verseucht. 

Immer weniger Menschen wollen die Vergiftung der Welt mit PFAS hinnehmen.
Immer weniger Menschen wollen die Vergiftung der Welt mit PFAS hinnehmen.(Bild: Greenpeace)

Und doch kann man PFAS im Alltag reduzieren. Doch wo begegnen sie uns überall?

  • Im Haushalt etwa kann man giftige PFAS-Beschichtungen oft mit einfachen Hausmitteln wie Bienenwachs oder pflanzliche Fette ersetzen (siehe Grafik unten). 
Leider ist auch unser Essen nicht immer PFAS-frei. Sie können auf vielen Wegen in unser Essen ...
Leider ist auch unser Essen nicht immer PFAS-frei. Sie können auf vielen Wegen in unser Essen gelangen: durch Umweltbelastung, durch den Einsatz PFAS-haltiger Pestizide, oder über die Verpackung und durch beschichtetes Kochgeschirr.(Bild: Greenpeace)

Tipp von Greenpeace: Wenn Sie etwas einkaufen, fragen Sie im Geschäft gezielt nach, ob das Produkt PFAS enthält. Ist dem Verkaufspersonal keine Auskunft möglich, können Sie sich direkt an die Zentrale des Unternehmens oder an den Hersteller wenden.

Damit erreichen Sie zwei Ziele zugleich: Sie erhalten Klarheit über das Produkt und signalisieren den Verantwortlichen, dass Konsumenten aufmerksam und kritisch nachfragen. Je mehr Menschen das tun, desto größer wird der Handlungsdruck.

Solange PFAS weiter produziert, verkauft und in neuen Produkten eingesetzt werden, bleibt das ...
Solange PFAS weiter produziert, verkauft und in neuen Produkten eingesetzt werden, bleibt das Problem bestehen. Und solange nicht alle PFAS verboten sind, kann die Industrie ein verbotenes PFAS durch ein anderes ersetzen.(Bild: MITJA KOBAL/Greenpeace)
  • Sie ahnen es schon: Die Textilindustrie zählt zu den größten Anwendern von PFAS überhaupt. Von „fleckenfesten“ Sofas bis hin zu Outdoorjacken und Regenhosen sind Stoffe mit PFAS behandelt – wodurch man unbeabsichtigt beim Wandern Gift in die Natur trägt. PFC ist ein alter Name für PFAS, der auch heute teilweise noch verwendet wird. Besonders Produkte von „Ultra Fast Fashion“ enthalten oft PFAS.
  • PFAS stecken aber auch in Kosmetika – vor allem in Produkten, die als wasserfest oder lang anhaltend beworben werden. Sie können über die Haut in den Körper gelangen, und wenn die Kosmetika abgewaschen werden, ins Wasser – und damit in die Umwelt.

Tipps:

  • Achten Sie auf Gütesiegel wie GOTS, Österreichisches Umweltzeichen, EU Ecolabel, Blauer Engel, Cosmos Natural
  • Je weniger Materialmix in Kleidung, desto besser. Kleidung, Schuhe oder Möbel mit Fleck- oder Nässeschutz enthalten oft PFAS. Im Geschäft einfach nach „PFAS-frei“ fragen!
  • Beim Anbau von Bio-Lebensmitteln sind PFAS-haltige Pestizide verboten – das reduziert die Belastung deutlich.

PFAS werden auch Ewigkeitsgifte genannt, denn nach ihrer Freisetzung verbreiten sie sich in der ...
PFAS werden auch Ewigkeitsgifte genannt, denn nach ihrer Freisetzung verbreiten sie sich in der Umwelt, reichern sich an und werden kaum abgebaut.(Bild: Francesco Scatena - stock.adobe.com)
  • In Naturkosmetik sind PFAS verboten. Achtung: Die Bezeichnung „wasserfest“ deutet oft auf PFAS hin.

  • Pappbecher, Burgerboxen und Wegwerfgeschirr sind häufig mit PFAS beschichtet. Mehrweg statt Einweg machen einen Unterschied!

Es geht auch ohne PFAS
Lange wurde so getan, als wären PFAS unvermeidbar – doch es geht auch ohne. In Frankreich etwa sind PFAS in Textilien und Kosmetika verboten. Dänemark hat strengere Grenzwerte bei Lebensmitteln eingeführt. Italienische Gemeinden klagten erfolgreich Chemieunternehmen, die Böden und Trinkwasser verseucht hatten.

Auch in Österreich wächst der Druck: Ärzte warnen vor den gesundheitlichen Auswirkungen, Kommunen fordern ein Verbot. Die EUn arbeitete an einer gemeinsamen Regelung.

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