Geheimplan bekannt

Grönland: Dänen bereiteten sich auf US-Angriff vor

Außenpolitik
19.03.2026 16:02
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Von krone.at

Dänemark hat sich bei der Übung „Arctic Endurance“ im Jänner viel konkreter auf einen möglichen militärischen Angriff der USA auf Grönland vorbereitet als offiziell verkündet. Die Dänen wollten dafür sogar Landebahnen im Land sprengen.

Das berichtet der dänische Rundfunk DR unter Berufung auf zwölf hochrangige Quellen aus Regierung, Streitkräften und europäischen Geheimdienstkreisen. Unter dem Deckmantel der NATO-Übung „Arctic Endurance“ seien, anders als sonst üblich, sogar Blutkonserven und Sprengstoff nach Grönland geflogen worden.

Dänemark schickte Elitetruppen nach Grönland
Plan war es, dem Bericht zufolge, bei einem US-Angriff unter anderem die Landebahnen in den grönländischen Städten Nuuk und Kangerlussuaq zu sprengen. Damit sollte eine Landung von US-Truppen in diesen Gegenden Grönlands verhindert werden. Dafür wurden im Jänner dänische und französische Elitesoldaten auf die riesige Insel geschickt. Auch Deutschland hatte eine Pioniertruppe entsandt.

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Als Trump immer wieder erklärte, er wolle Grönland annektieren, und dann das passierte, was in Venezuela geschah, mussten wir alle Szenarien ernst nehmen.

Ein dänischer Geheimdienstoffizier

Dänische Soldaten auf Grönland: Im Jänner plante Dänemark konkrete Maßnahmen, um auf eine ...
Dänische Soldaten auf Grönland: Im Jänner plante Dänemark konkrete Maßnahmen, um auf eine mögliche Invasion der Vereinigten Staaten reagieren zu können.(Bild: AP/Bo Amstrup)

Dänen suchten Kontakt zu europäischen Ländern
Einer hochrangigen dänischen Verteidigungsquelle zufolge lautete die Devise für die Verteidigungspläne: Die Kosten für die USA sollten massiv erhöht werden — Washington sollte für eine Annexion Grönlands eine feindliche Handlung begehen müssen. Dänemark suchte daher bereits kurz nach der Wahl Donald Trumps engen Kontakt zu Deutschland, Frankreich und zu den anderen nordischen Ländern. So wollte man zeigen, dass Europa dem Druck aus den USA nicht einfach nachgeben würde.

Nuuk, die Hauptstadt Grönlands
Nuuk, die Hauptstadt Grönlands(Bild: AFP/ODD ANDERSEN)

Die Europäer boten dabei umfassende Hilfe an. „Wir würden fast alles tun, worum Dänemark gebeten hat“, so ein französischer Offizieller gegenüber DR. Dafür habe man unter anderem Truppen in der Stärke eines Bataillons, bis zu 1000 Soldaten, schicken wollen. Auch Deutschland habe Hilfe angeboten.

US-Militäreinsatz in Venezuela gab den Ausschlag
Keine der vom dänischen Rundfunk DR genannten Quellen hatte dabei Informationen über konkrete US-Angriffspläne. Dennoch befürchteten diese tatsächlich einen US-Angriff auf Grönland. Besonders der Angriff auf Venezuela und die Entführung von Präsident Nicolás Maduro habe die Alarmglocken schellen lassen. „Als Trump immer wieder erklärte, er wolle Grönland annektieren, und dann das passierte, was in Venezuela geschah, mussten wir alle Szenarien ernst nehmen“, so ein dänischer Geheimdienstoffizier.

„Trump bleibt uns noch drei Jahre erhalten“
Ob die Alliierten bei einem tatsächlichen US-Angriff auf Grönland Dänemark zur Seite gesprungen wären, ist bisher unklar. Durch die Einigung, die US-Präsident Donald Trump auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos verkündete, wurde das Szenario wohl abgewendet. Laut Einschätzung des dänischen Geheimdienstes könnte der Disput um Grönland aber jederzeit wieder aufflammen: „Das ist noch nicht vorbei. Trump bleibt uns drei weitere Jahre erhalten.“

Trump hat seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus vor mehr als einem Jahr immer wieder Besitzansprüche auf das zum NATO- und EU-Mitgliedstaat Dänemark gehörende Grönland erhoben und die NATO damit in eine tiefe Krise gestürzt. Drohungen einer gewaltsamen Übernahme nahm er Ende Jänner nach einem Treffen mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte zurück.

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