„Völlig inakzeptabel“

Dänemark warnt: USA wollen Grönland weiterhin

Außenpolitik
14.02.2026 21:43
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen sieht Grönland weiterhin durch US-Pläne zur Übernahme der Arktis-Insel bedroht. „Leider denke ich, dass der Wunsch derselbe ist“, sagte sie am Samstag bei der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) auf die Frage, ob US-Präsdient Donald Trump ihrer Meinung nach die Insel immer noch besitzen wolle. Der Druck auf Grönland sei „völlig inakzeptabel“, fügte Frederiksen hinzu.

„Alle fragen uns, ob wir glauben, dass es vorbei ist“, sagte die Regierungschefin. Dies sei aber nicht der Fall. „Wir haben jetzt eine Arbeitsgruppe. Das ist gut. Wir werden versuchen, eine Lösung zu finden“. Es gebe aber „rote Linien“ wie die Souveränität und territoriale Souveränität, die nicht überschritten werden dürften. Der grönländische Regierungschef Jens-Frederik Nielsen nannte den von den USA ausgeübten Druck „inakzeptabel“.

NATO-Einsatz soll Trumps Besitzansprüche entschärfen
Frederiksen forderte die NATO-Partner auf, sich dauerhaft im neuen Arktis-Einsatz zu engagieren. „Nun haben wir Arctic Sentry als Rahmen, aber wir müssen ihn mit Substanz füllen.“ Sie und Grönlands Ministerpräsident Jens Frederik Nielsen begrüßten erneut den Start der Mission.

Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen
Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen(Bild: AFP/THOMAS KIENZLE)

  Der Überwachungseinsatz soll für eine stärkere Präsenz des Bündnisses in der Region sorgen. Deutschland beteiligt sich mit Kampfflugzeugen und Kapazitäten zur Luftbetankung und will bald auch neue Seefernaufklärer vom Typ P-8 Poseidon bereitstellen, wie der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sagte.

Der NATO-Einsatz soll auch den Streit um von US-Präsident Donald Trump formulierte Besitzansprüche auf die Arktisinsel Grönland entschärfen. Sein Vorgehen begründete er mit der Behauptung, dass das zu Dänemark gehörende Territorium sonst nicht vor Russland und China sicher sei.

(Bild: AFP/MADS CLAUS RASMUSSEN)

USA warnen vor Zusammenarbeit von China und Russland
Frederiksen sagte in München, ihr Land habe seit Jahren eine dauerhafte Präsenz der NATO auf Grönland erbeten. Nötig sei nun auch, schon über industrielle Ziele für die Überwachung im Hohen Norden zu reden, weil einige der technologischen Fähigkeiten dafür noch nicht produziert seien.

Unterschiede wurden in der Diskussionsrunde bei der Bewertung der aktuellen Sicherheitslage deutlich. Frederiksen und Nielsen machten deutlich, dass sie eine Bedrohung durch China und Russland eher als mögliches künftiges Problem sehen, dem vorzubeugen sei.

Dagegen äußerte sich die US-Senatorin Lisa Murkowski alarmierter. Sie wies auf schon laufende Erkundungen Chinas hin. „Aber der neue Faktor ist, dass sie es gemeinsam mit Russland machen“, sagte sie. Das gelte auch für gemeinsame Bomberflüge und gemeinsame Fahrten von Küstenwache und Marine.

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