„Bekommen keine Hilfe“

Trump schickt Lazarettschiff nach Grönland

Außenpolitik
22.02.2026 08:47
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die USA wollen nach Angaben von Präsident Donald Trump ein Lazarettschiff nach Grönland schicken und riskieren damit neue Spannungen im Verhältnis zum NATO-Partner Dänemark.

In einem Posting auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social kündigte Trump am Samstag die Entsendung eines Hospitalschiffs, um Kranken zu helfen, „die sonst nicht behandelt würden“. „Es ist auf dem Weg!!!“ Der Staatschef sprach von einem „tollen“ Schiff, nannte ansonsten aber keine weiteren Einzelheiten.

Die USA haben zwei Lazarettschiffe, eines davon ist die USNS Comfort (hier auf einem Archivbild ...
Die USA haben zwei Lazarettschiffe, eines davon ist die USNS Comfort (hier auf einem Archivbild aus dem Jahr 2010).(Bild: AP/KIM HAIRSTON)

Schiffe bei Naturkatastrophen oder Epidemien im Einsatz
Die US-Marine verfügt über zwei große Lazarettschiffe. In der Vergangenheit wurden die schwimmenden Krankenhäuser etwa nach Naturkatastrophen wie massiven Erdbeben oder verheerenden Hurrikans für Hilfseinsätze in betroffene Gebiete verlegt. In der Hochphase der Corona-Pandemie kamen sie zeitweise auch in US-Häfen zum Einsatz. Die Lazarettschiffe haben nach Angaben der Marine eine Kapazität von jeweils rund 1000 Krankenhausbetten, davon 80 Betten auf der Intensivstation.

Auf dem riesigen Gebiet Grönlands leben allerdings nur knapp 57.000 Menschen. Zuletzt gab es keine Berichte über einen großen medizinischen Bedarf dort, der die Entsendung eines Lazarettschiffs als nötig erscheinen ließe. Unklar ist auch, ob die Entscheidung im Weißen Haus mit der Regierung Dänemarks bzw. Grönlands abgestimmt worden ist. In Grönland ist neben öffentlichen Gesundheitseinrichtungen in der Fläche das Krankenhaus Königin Ingrid in der Hauptstadt Nuuk für kompliziertere Fälle zuständig. In Einzelfällen werden Patienten für aufwendigere Eingriffe auch aus Grönland nach Dänemark ausgeflogen.

Medizinischer Notfall an Bord eines US-U-Boots
Ebenfalls auf dänische Hilfe war ein Mitglied eines US-U-Boots vor Grönland angewiesen. Die Hilfe sei sieben Seemeilen vor der grönländischen Hauptstadt Nuuk erfolgt. Ein Hubschrauber des dänischen Verteidigungsministeriums habe die Person abgeholt. Sie sei dann an die grönländischen Gesundheitsbehörden und die Klinik in Nuuk übergeben worden, teilte das Joint Arctic Command, das Teil der dänischen Streitkräfte ist, am Samstag mit.

Das Königin-Ingrid-Spital in der grönländischen Hauptstadt Nuuk
Das Königin-Ingrid-Spital in der grönländischen Hauptstadt Nuuk(Bild: APA/AFP/Emil Helms/Ritzau Scanpix)

Trumps wiederholte Drohungen, die zum Königreich Dänemark gehörende und strategisch bedeutende Insel notfalls auch mit Gewalt zu annektieren, hatten in den vergangenen Wochen zu Verwerfungen zwischen Europa und den USA geführt. Derzeit laufen Gespräche zwischen der dänischen, der grönländischen und der US-Regierung – mit dem Ziel, einen Kompromiss zu finden. Grönland ist ein autonomer Teil Dänemarks.

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