Nach Israels Aufruf zum Sturz der Führung der Islamischen Republik hat Irans Polizeichef Regierungsgegner mit drastischen Worten vor Protesten gewarnt. „Wer auf Aufforderung des Feindes auf die Straßen geht“, sei kein Demonstrant, sondern ein Feind. „So werden wir ihn auch behandeln“, hieß es im staatlichen Fernsehen.
„Alle unsere Männer haben ihren Finger am Abzug“, ließ Polizeichef Ahmed-Resa Radan wissen. Radan hatte auch schon während der jüngsten Massenproteste gegen das Mullah-Regime im Jänner martialische Töne angeschlagen und mit der „Verfolgung jedes einzelnen Demonstranten“ gedroht. Nach Angaben des Aktivistennetzwerks HRANA kamen bei den Protesten fast 6500 Menschen ums Leben, unter ihnen auch mehr als 200 Staatskräfte. Die Demonstrationen, ausgelöst zunächst durch die massive Wirtschaftskrise, waren die schwersten seit Jahren.
Netanyahu: „Historischer Krieg für die Freiheit“
US-Präsident Donald Trump versuchte damals die Menschen auf den Straßen zu ermuntern und versprach, Hilfe sei schon am Weg. Nun hat Israels Premier Benjamin Netanyahu die Iraner aufgerufen, sich gegen ihre Regierung aufzulehnen. Israel und die USA führten „einen historischen Krieg für die Freiheit“, hieß es in einem offenen Brief. „Dies ist eine einmalige Gelegenheit für euch, das Regime der Ayatollahs zu stürzen und eure Freiheit zu erlangen.“ Das iranische Volk habe um Hilfe gebeten, „und die Hilfe ist angekommen“.
30 Personen wegen Spionageverdacht festgenommen
Unterdessen sind nach Angaben des iranischen Geheimdienstministeriums 30 Menschen wegen Spionageverdacht festgenommen worden. Unter den Festgenommenen sei ein ausländischer Staatsbürger, der „im Auftrag von zwei Golfstaaten“ im Namen der USA und Israels spioniert habe, hieß es laut der Nachrichtenagentur TASNIM, die den Revolutionsgarden nahesteht. Die Nationalität des Festgenommenen wurde nicht genannt. Der Festgenommene werde beschuldigt, „Informationen über den Standort und die Bewegungen der Polizei und Streitkräfte an den Feind“ übermittelt zu haben, erklärte demnach das Ministerium.
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