Einen Tag nach einem der verheerendsten ukrainischen Drohnenangriffe auf Moskau seit Kriegsbeginn überzieht Russland sein Nachbarland mit massiven Attacken. Aber auch der Aggressorstaat kommt nicht zur Ruhe.
Mit 524 Drohnen und 22 Raketen griff Russland in der vergangenen Nacht an, hieß es vonseiten des ukrainischen Militärs. Davon konnten 503 Drohnen und vier Raketen unschädlich gemacht werden, wie die Luftwaffe auf Telegram mitteilte. Hauptziel seien Dnipro und Umgebung gewesen.
Im Zentrum und Süden der Ukraine wurden Behördenangaben zufolge eine Person getötet und mindestens 30 Menschen verletzt. Berichten der zuständigen Regionalgouverneure auf Telegram zufolge starb die Person im südukrainischen Cherson. In der Hafenstadt Odessa trafen Drohnen demnach ein Wohngebäude, eine Schule und einen Kindergarten und verletzten einen elfjährigen Buben sowie einen 59-jährigen Mann. In der Stadt Dnipro wurden den Angaben zufolge mindestens 18 Menschen verwundet, darunter zwei Kinder. Aus der Region Saporischschja wurden drei Verletzte gemeldet.
Russische Region Rostow im Visier
In Russland wurden einem Bericht der Nachrichtenagentur Interfax zufolge die Regionen Rostow und Belgorod im Süden des Landes Ziel ukrainischer Angriffe. Hier seien in der Nacht Drohnen abgeschossen worden, berichtete Interfax unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau. Details wurden von dort zunächst nicht mitgeteilt. Laut dem Gouverneur der Region Rostow, Juri Sljussar, war die Luftabwehr unter anderem über der Hafenstadt Taganrog am Asowschen Meer aktiv.
Drei Tote in Region Moskau
Am Sonntag waren bei ukrainischen Drohnenangriffen laut russischen Behörden mindestens vier Menschen getötet worden, darunter drei in der Region Moskau. Einer der Toten sei ein indischer Arbeiter, teilte die indische Botschaft in Moskau mit. Drei weitere Arbeiter seien verletzt worden. Vertreter der Botschaft seien vor Ort gewesen und hätten die Verletzten im Krankenhaus besucht. Man arbeite mit den örtlichen Behörden zusammen, um ihnen die nötige Hilfe zukommen zu lassen.
Hier schlägt gerade eine Drohne in ein Wohnhaus in der Region Moskau ein:
Der Gouverneur der Oblast Moskau, Andrej Worobjow, erklärte, eine Frau sei ums Leben gekommen, als ein Wohnhaus in Chimki nördlich der Hauptstadt getroffen worden sei. Rettungskräfte suchten in den Trümmern nach einer weiteren Person. Zwei Männer seien im Dorf Pogorelki im Bezirk Mytischtschi getötet worden. Mehrere Wohnhochhäuser und Infrastruktureinrichtungen seien beschädigt worden, so Worobjow. Laut dem Moskauer Bürgermeister, Sergej Sobjanin, sind zudem zwölf Menschen verletzt worden, vor allem in der Nähe des Eingangs zur Moskauer Ölraffinerie. Die Berichte vom Kampfgeschehen ließen sich von der Nachrichtenagentur Reuters nicht unabhängig überprüfen. Beide Seiten weisen den Vorwurf zurück, gezielt Zivilisten anzugreifen.
In der vergangenen Woche hat Russland einem Agenturbericht zufolge insgesamt mindestens 3124 ukrainische Drohnen abgefangen oder zerstört. Wie die staatliche Nachrichtenagentur RIA Nowosti unter Berufung auf Daten des Verteidigungsministeriums meldete, waren es am Sonntag mit 1054 Drohnen die meisten der vergangenen Woche. Der überwiegende Teil sei über dem europäischen Teil Russlands unschädlich gemacht worden.
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