Prügeleien an Unis

Iran: Proteste gegen das Regime wieder aufgeflammt

Ausland
23.02.2026 12:44
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach der blutigen Niederschlagung der Massendemos gegen das Mullah-Regime Anfang Jänner sind die Proteste wieder aufgeflammt. Studenten und Studentinnen demonstrieren bereits den dritten Tag in Folge, an mehreren Universitäten kam es zu Zusammenstößen.

An der Alsahra-Universität in der Hauptstadt Teheran, die ausschließlich Frauen aufnimmt, nahmen Studentinnen an Protesten teil, wie iranische Aktivisten auf Telegram berichteten. Auch an der renommierten Sharif-Universität für Technologie sowie der TU Amirkabir in Teheran kam es zu neuen Demonstrationen.

„Tod der Islamischen Republik“
Videos in den sozialen Medien zeigten Studentinnen, die Protestslogans gegen die politische Führung riefen. „Tod der Islamischen Republik“, war auf einem Video zu hören (siehe X-Post unten). „Weder Gaza noch Libanon, mein Leben für Iran“, rief die Menschenmenge auf einer weiteren Aufnahme, die der studentische Newsletter „Amirkabir“ veröffentlichte. Gemeint ist die umstrittene Unterstützung der iranischen Führung für militante Gruppen in der Region wie Hamas oder Hisbollah.

Studentinnen der Alsahra-Universität zündeten eine iranische Flagge an: 

Prügeleien am Campus
Ein Doktorand an der Sharif-Uni, die im Iran als Elite-Hochschule gilt, bestätigte zahlreiche neue Demonstrationen. Er erklärte, dass auch politische Differenzen an den Universitäten für neue Spannungen gesorgt hätten. Am Wochenende kam es auf dem Campus einiger Hochschulen zu Zusammenstößen zwischen Mitgliedern der paramilitärischen Basidsch-Organisation und Studierenden. Die Basidsch-Miliz ist eine Teilorganisation der berüchtigten Revolutionsgarden, die maßgeblich für die Unterdrückung von Protesten verantwortlich ist.

An der Amirkabir-Universität für Technologie in Teheran prügelten sich demonstrierende Studenten ...
An der Amirkabir-Universität für Technologie in Teheran prügelten sich demonstrierende Studenten mit regimetreuen Gegendemonstranten.(Bild: AFP/UGC)

Das Regime hatte die jüngsten Massenproteste im Jänner brutal niedergeschlagen. Nach Angaben des Aktivistennetzwerks HRANA kamen dabei mehr als 7000 Menschen ums Leben, unter ihnen auch mehr als 200 Staatskräfte. Die Demonstrationen, ausgelöst zunächst durch die massive Wirtschaftskrise, waren die schwersten seit Jahren.

Wegen Protesten lange kein Uni-Betrieb
Am Samstag hatte mit gut einem Monat Verzögerung an zahlreichen Universitäten des Iran das neue Semester begonnen. Die Hochschulen hatten ihren Betrieb infolge der Massenproteste zunächst eingestellt. Nachdem die Behörden den weltweiten Internetzugang im Land für gut drei Wochen abgeschaltet hatten, nahmen einige Universitäten kürzlich den Lehrbetrieb mit Online-Veranstaltungen wieder auf.

Gedenkfeiern für getötete Studenten
Auch die reformorientierte iranische Zeitung „Shargh“ berichtete über die neuen Studierendenproteste, die am Samstag zunächst mit Gedenkfeiern für die bei den Aufständen getöteten Demonstranten begonnen hatten. Die lange Schließung der Universitäten habe die politischen Positionen von Anhängern und Gegnern der Staatsführung weiter radikalisiert, sagte ein Masterstudent dem Blatt. „Durch diese wachsenden Gräben ist die Universität nun kein sichererer Raum mehr als die Straße.“

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