Paul Thomas Anderson feierte mit „One Battle After Another“ bei der 98. Oscar‑Gala einen Triumph! Er wurde als bester Regisseur ausgezeichnet, und sein Film gewann zugleich den wichtigsten Preis des Abends – den Oscar für den besten Film. Michael B. Jordan holte für seine Rolle in „Blood & Sinners“ den Oscar als bester Hauptdarsteller. Jessie Buckley wurde für ihre gefeierte Performance in „Hamnet“ als beste Hauptdarstellerin geehrt.
Jessie Buckley zeigte sich sichtlich bewegt, als sie ihren Oscar entgegennahm. In ihrer Dankesrede dachte die Britin vor allem an ihre kleine Tochter, die den Muttertag in Großbritannien ohne sie feiern musste. Buckley sprach liebevoll über ihr acht Monate altes Baby, darüber, wie sehr sie das Muttersein erfüllt und wie sehr sie sich darauf freue, „das Leben gemeinsam zu entdecken“. Ihren Preis widmete sie schließlich „dem wunderschönen Chaos eines Mutterherzens“ – ein Moment, der das Publikum spürbar berührte.
Die Filme mit den meisten Auszeichnungen:
Die Sieger in den 24 Kategorien:
BESTER FILM: „One Battle After Another“
BESTE REGIE: Paul Thomas Anderson („One Battle After Another“)
BESTE HAUPTDARSTELLERIN: Jessie Buckley („Hamnet“)
BESTER HAUPTDARSTELLER: Michael B. Jordan („Sinners“)
BESTE NEBENDARSTELLERIN: Amy Madigan („Weapons“)
BESTER NEBENDARSTELLER: Sean Penn („One Battle After Another“)
BESTER INTERNATIONALER FILM: „Sentimental Value“
BESTES ORIGINALDREHBUCH: Ryan Coogler („Blood & Sinners“)
BESTES ADAPTIERTES DREHBUCH: Paul Thomas Anderson („One Battle After Another“)
BESTES CASTING: „One Battle After Another“
BESTE KAMERA: Autumn Durald Arkapaw für „Sinners“
BESTES PRODUKTIONSDESIGN: „Frankenstein“
BESTER SCHNITT: „One Battle After Another“
BESTES KOSTÜMDESIGN: „Frankenstein“
BESTES MAKE-UP UND HAARE: „Frankenstein“
BESTE MUSIK: Ludwig Goransson für „Sinners“
BESTER SONG: „Golden“ („KPop Demon Hunters“)
BESTER SOUND: „F1“
BESTER ANIMATIONSFILM: „KPop Demon Hunters“
BESTE VISUELLE EFFEKTE: „Avatar: Fire and Ash“
BESTER DOKUMENTARFILM: „Mr. Nobody against Putin“
BESTER DOKUMENTARKURZFILM: „All the Empty Rooms“
BESTER ANIMIERTER KURZFILM: „The Girl Who Cried Pearls“
BESTER KURZFILM: „The Singers“ und „Two People Exchanging Saliva“
Hey, Mama, wie geht’s?
Michael B. Jordan wurde für seine Doppelrolle als die Zwillingsbrüder Smoke und Stack in Ryan Cooglers Sinners als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet – ein Triumph, der das Dolby Theatre zu tosendem Applaus und stehenden Ovationen hinriss. Für Jordan, längst einer der beliebtesten Stars seiner Generation, schloss sich damit ein Kreis: Sein Weg nach Hollywood begann einst mit Cooglers Debütfilm Fruitvale Station. Sichtlich überwältigt rief er beim Betreten der Bühne: „Yo, Momma, what’s up?“ – „Hey, Mama, wie geht’s?“ Später erinnerte er an die großen Schauspieler, die vor ihm kamen: „Ich stehe hier dank der Menschen, die vor mir da waren.“
Kamerafrau Autumn Durald Arkapaw schrieb an diesem Abend Oscar‑Geschichte: Für ihre Arbeit an „Blood & Sinners“ wurde sie als erste Frau überhaupt in 98 Jahren Academy‑Awards‑Historie mit dem Preis für die beste Kamera ausgezeichnet. Der Film holte vier Auszeichnungen – bei einem Rekord von 16 Nominierungen, darunter auch für das beste Originaldrehbuch und die beste Filmmusik.
Bardem sorgt für Mini-Eklat bei Auslands-Oscar
Norwegen jubelte in der Nacht auf Montag über den Auslands‑Oscar für „Sentimental Value“. Doch für den größten Aufreger des Moments sorgte Presenter Javier Bardem: Mit einem „No Guerra“-Button am Sakko trat er ans Mikrofon und rief „Nein zum Krieg – und ein freies Palästina“. Im Saal sorgte der politische Auftritt für spürbare Spannung.
„Weapons“ erst Gag, dann der erste Sieg des Abends
Die von Conan O’Brien moderierte Show startete mit einem Knall: Im traditionellen Auftaktfilm wurde der Gastgeber – als Hexe Tante Gladys aus „Weapons“ verkleidet – quer durch die für die Königskategorie nominierten Filme gejagt.
Direkt danach folgte der erste große Moment des Abends: Amy Madigan gewann den Oscar als beste Nebendarstellerin für genau diese Rolle und ließ vor ihrer Dankesrede den unheimlichen Hexenlacher aus dem Film erklingen, was das Publikum jubeln ließ.
Penn konnte oder wollte nicht
Später am Abend wurde Sean Penn mit seinem dritten Oscar ausgezeichnet. Er gewann als bester Nebendarsteller für seine Darstellung des Bösewichts Col. Steven J. Lockjaw in Paul Thomas Andersons „One Battle After Another“. Da Penn nicht anwesend war, nahm Vorjahressieger Kieran Culkin den Preis stellvertretend entgegen – nicht ohne einen trockenen Kommentar: „Sean Penn konnte heute Abend nicht hier sein, oder wollte nicht, also nehme ich den Preis für ihn entgegen.“
Der Film „One Battle After Another“ war mit seinen Siegen in beste Regie und bester Film sowieso der Abräumer des Abends! Er gewann auch in der neuen Kategegorie „Bestes Casting“, für das „beste adaptierte Drehbuch“ sowie den besten Schnitt. Insgesamt heimste das für 13 Oscars nominierte Werk sechs davon auch ein.
Der Netflix-Hit „KPop Demon Hunters“ wurde als bester Animationsfilm ausgezeichnet und gewann die Statue für den besten Original Song „Golden“.
Der Oscar für den besten animierten Kurzfilm wurde an „Das Mädchen, das Perlen weinte“ vergeben. Bester Dokumentar-Kurzfilm wurde die Netflix-Doku „All die leeren Zimmer“, bester Dokumtarfilm „Ein Nobody gegen Putin“. Der Brad-Pitt-Film „F1“ erhielt einen Oscar für den besten Ton.
Kritik für unangebrachten Joke
Presenter Kumail Nanjiani sorgte für heftige Kritik: Kurz bevor er den seltenen Gleichstand in der Kategorie „Bester Live‑Action‑Kurzfilm“ verkündete, machte er einen Witz über „Schindlers Liste“ – und ersetzte den Titel des Holocaust‑Dramas durch „Schindler Post It“, um damit die Kategorie Kurzfilm auszudrücken. Der Spruch löste hörbare Irritationen im Saal aus.
Anschließend überreichte Nanjiani die Oscars an die beiden punktgleichen Gewinnerfilme „The Singers“ und „Two People Exchanging Saliva“. Es war erst das siebte Mal in der Geschichte der Academy Awards, dass zwei Beiträge in derselben Kategorie gleichauf liegen.
Wintour nennt Hathaway „Emily“
Der „Teufel trägt Prada“‑Star Anne Hathaway übergab gemeinsam mit Anna Wintour sowohl den Oscar für das beste Kostümdesign als auch den Preis in der Kategorie Make‑up/Hairstyling an das Team von „Frankenstein“. In einem augenzwinkernden Seitenhieb auf die angeblich ihr nachempfundene Filmfigur Miranda Priestley nannte Wintour Hathaway dabei an einer Stelle „Emily“.
O‘Brien verteilt Seitenhiebe gegen Trump und Chalamet
Gleich zu Beginn der Gala sorgte Conan O’Brien für Lacher, als er den jüngsten Wirbel um Timothée Chalamet aufs Korn nahm. Mit Blick auf dessen abfällige Bemerkungen über Oper und Ballett witzelte er: „Die Sicherheitsvorkehrungen sind heute extrem streng. Man befürchtet Angriffe – sowohl aus der Opern‑ als auch aus der Ballett‑Community.“
Doch O’Brien beließ es nicht bei kleinen Spitzen. Später teilte der Gastgeber einen deutlichen Seitenhieb gegen den Präsidenten aus: Nach der Werbepause begrüßte er das Publikum mit den Worten: „Willkommen zurück, live aus dem ,Has a Small Penis Theatre‘. Mal sehen, ob er seinen Namen davor setzt.“ Der Spruch löste Jubel im Saal aus. Beobachter sahen darin eine Anspielung auf die umstrittene Entscheidung des Kennedy‑Center‑Boards, das Kulturzentrum in „Trump‑Kennedy Center“ umzubenennen.
Berührende Tribute für Reiner, Redford und Keaton
Die 98. Oscar‑Gala stand nicht nur im Zeichen großer Filmtriumphe, sondern auch bewegender Erinnerungen an verstorbene Hollywood‑Ikonen. Barbra Streisand sorgte für einen der emotionalsten Momente des Abends, als sie ihrem Filmpartner Robert Redford gedachte und „The Way We Were“ sang – ein Tribut an ihre gemeinsame Filmgeschichte und an den im September 2025 verstorbenen Schauspieler.
Auch Regisseur Rob Reiner wurde mit einem eindrucksvollen Ensemble‑Auftritt geehrt: Mehr als ein Dutzend Stars seiner Kultfilme standen gemeinsam auf der Bühne. Billy Crystal würdigte Reiners Werk und seine Menschlichkeit und erinnerte zudem an dessen verstorbene Ehefrau Michele Singer Reiner, deren Engagement für soziale Gerechtigkeit das Paar prägte.
Im In‑Memoriam‑Segment ehrte Rachel McAdams die verstorbene Diane Keaton. In einer warmen, persönlichen Rede würdigte sie Keatons Einzigartigkeit, ihren Einfluss auf Generationen von Schauspielerinnen und ihre vielen Rollen im Leben – als Künstlerin, Aktivistin und vor allem als Mutter. Nicht im „In Memoriam“-Teil erwähnt wurden die vor wenigen Wochen verstorbenen Schauspieler James Van Der Beek und Eric Dane.
Stars am Red Carpet
Schon vor der großen Oscar-Gala wurde am Red Carpet ordentlich aufgedreht: Supermodel Heidi Klum zog im funkelnden Perlen-Kleid alle Blicke auf sich, Österreichs Shootingstar Felix Kammerer mischte sich unter die Hollywood-Stars.
Hier sind die Bilder vom Red Carpet zum Durchklicken:
Rose Byrne sorgte in einer eleganten Dior-Robe für klassischen Glamour, während Barbie Ferreira in kräftigem Lila einen der auffälligsten Auftritte des Abends hinlegte. Elle Fanning bezauberte in einem weißen Kleid von Givenchy, und Kate Hudson schritt gemeinsam mit ihrer Mutter Goldie Hawn über den roten Teppich.
Timothée Chalamet hingegen verzichtete darauf, Freundin Kylie Jenner mitzunehmen – bei ihrem Aufsehen erregenden Outfit hätte ihn wohl niemand mehr bemerkt. Das Kardashian-Küken erschien in einem roten Kleid mit tiefem Ausschnitt, unter dem ein Schlüsselloch zusätzlich Einblicke gewährte.
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