Menschen verlassen ihre Jobs vor allem wegen Belastungen und Stress. Das trifft insbesondere auf Arbeitskräfte in Pflege- und Sozialberufen zu, wie aus einer aktuellen Erhebung unter 500 Personen in Österreich hervorgeht. Die Arbeitszeit ist demnach die zweitwichtigste Entscheidungsfrage, noch vor dem Gehalt.
Körperliche Belastung und Stress gaben 38,4 Prozent als Wechselgrund an, die Arbeitszeit 36,2 Prozent und das Gehalt 30,6 Prozent. Einige würden bei gleichbleibendem Lohn den Arbeitgeber wechseln, wenn sie eine Vier-Tage-Woche bekommen könnten. Auch drei zusätzliche Urlaubstage, eine zusätzliche Pensionsvorsorge und finanzielle Boni bei der Erreichung von Zielen nennen die Befragten als Pluspunkte neuer Arbeitgeber.
Grundsätzlich sagte die Mehrheit, sich mit dem aktuellen Beruf zu identifizieren. Allerdings fehle es an verlässlichen Rahmenbedingungen wie planbaren Schichten und oft würden Entwicklungsmöglichkeiten am Alltag vorbeigehen. „Beschäftigte (...) denken selten in klassischen Karrierestufen. Vielmehr wollen 26,8 Prozent ihr Fachwissen vertiefen, 20,4 Prozent etwas völlig Neues lernen und 18,8 Prozent sich stärker spezialisieren. Wer Weiterbildung hier praxisnah und alltagstauglich gestaltet, nutzt einen oft unterschätzten Bindungsfaktor“, sagte Jutta Perfah-Strilka, CEO von hokify. Der Personalvermittler hat die Umfrage in Auftrag gegeben.
„Fachkräftemangel selbst gemacht“
Diese habe gezeigt, dass sich zwar viele Beschäftigte eine bessere Bezahlung wünschten, die größten Hebel aber in der Arbeitsrealität liegen würden. „Strukturierte Arbeitszeiten, klare Abläufe und echte Planbarkeit entscheiden darüber, ob Menschen bleiben oder gehen. Der Fachkräftemangel ist zu einem großen Teil selbst gemacht. Viele Unternehmen verlieren ihre Leute nicht an den Wettbewerb – sondern an ihre eigenen Strukturen“, heißt es.
13 Prozent gaben an, an ihrer aktuellen beruflichen Situation nichts ändern zu wollen. Befragt wurden sowohl Menschen, die gerade auf der Suche nach einer neuen Stelle sind, als auch Nichtsuchende.
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