Nach Wögingers Abgang

100 Prozent Zustimmung: Gödl neuer ÖVP-Klubchef

Innenpolitik
05.05.2026 10:30

Seit Dienstagfrüh ist es fix: Der Steirer Ernst Gödl folgt August Wöginger als Klubobmann der ÖVP nach. Wöginger hatte unmittelbar nach seinem – nicht rechtskräftigen – Schuldspruch angekündigt, das Amt zurückzulegen. Gödl wurde mit 100 Prozent Zustimmung gewählt und trat anschließend mit Bundeskanzler Christian Stocker vor die Presse.

Nur wenige Stunden nach August Wögingers Rücktritt haben sich die Bünde in der ÖVP laut „Krone“-Informationen auf einen neuen Klubobmann geeinigt. Und dabei landete Kanzler Christian Stocker einen wahren Überraschungscoup: Ernst Gödl, Steirer und bislang Sicherheitssprecher der ÖVP, folgt Wöginger nach und ist bei der Klubsitzung bereits offiziell ins Amt gewählt worden.

ÖVP demonstriert Einheit
Das 100-Prozent-Votum hatte sich schon in der Früh abgezeichnet, als er beim gemeinsamen Eintreffen mit Vorgänger Wöginger mit lange anhaltendem Beifall begrüßt wurde. Die beiden flankierten als Zeichen der Einheit Parteichef Stocker. Gödl selbst zeigte sich vor der Klubsitzung „sehr“ überrascht, nominiert worden zu sein.

„Haltung, Haftung und Hingabe“ statt großer Sprüche
Anschließend traten Stocker, Gödl und Wöginger gemeinsam vor die Presse. Gödl erklärte: „Ich habe seit gestern wahnsinnig aufregende Stunden hinter mir. Freu mich, dass ich nun als gewählter Klubobmann hier stehe. Ich trete in große Fußstapfen, Wöginger ist eine Ausnahmepersönlichkeit, vor der ich großen Respekt habe.“ Er wolle den Klub mit ruhiger Hand weiterführen und ein Anker in unruhigen Zeiten sein. „Ich stehe nicht für große Sprüche und einer meiner Grundsätze lautet Haltung, Haftung, Hingabe!“

Gödl, Stocker und Wöginger vor der ÖVP-Klubsitzung
Gödl, Stocker und Wöginger vor der ÖVP-Klubsitzung(Bild: APA/ROLAND SCHLAGER)

Gödl (54) wurde in Graz geboren, ist Jurist und war im Jahr 1995 mit 23 Jahren jüngster Bürgermeister Österreichs. Der Gemeinde Zwaring-Pöls stand er bis zum Jahr 2014 vor. Dem steirischen Landtag gehörte er in der Zeit von 2000 bis 2010 an. Im Jahr 2014 wurde er vom steirischen Landtag in den Bundesrat entsandt.

Weitere ernst zu nehmende Kandidaten waren laut „Krone“-Informationen unter anderem Generalsekretär Nico Marchetti, ÖVP-Finanzsprecher Andreas Ottenschläger und Bauernbund-Präsident Georg Strasser.

Wöginger bleibt ÖAAB-Chef
Wöginger hatte am Montag nach seiner erstinstanzlichen Verurteilung in einem Amtsmissbrauch-Prozess seinen Rücktritt erklärt. Sein Mandat behält er aber und er bleibt auch Obmann des parteiintern mächtigen Arbeitnehmer-Bundes ÖAAB. Dem Vernehmen nach plant er auch, im Herbst neuerlich für diese Funktion zu kandidieren.

Die Ereignisse des Tages rund um das Postenschacher-Urteil können Sie in unserem Ticker nachlesen.

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