IHS-Ökonom Eduard Storm sieht im deutschsprachigen Raum keinen merkbaren Trend zur Abschaffung von Homeoffice. „Medial wird das Thema aufgebauscht. Die Debatte ist etwas übertrieben“, sagte Storm am Mittwoch bei einem Pressegespräch.
Unternehmen aus der US-Finanzbranche waren Vorreiter bei der Rückkehr ins Büro nach der Corona-Pandemie. Auch das Homeoffice-Aus bei einigen internationalen Konzernen, etwa Amazon, sorgte für Aufsehen.
Homeoffice bei rund einem Viertel der Jobs
Der Wissenschafter des Instituts für Höhere Studien (IHS) hat für einen Forschungsartikel rund 11 Millionen Stelleninserate auf Job-Plattformen in Deutschland aus den Jahren 2017 bis 2024 analysiert. Nach dem Höhepunkt der Coronapandemie habe sich der Anteil der Stelleninserate mit Homeoffice-Möglichkeit bei 20 bis 25 Prozent eingependelt.
Auch für 2025 und 2026 rechnet der IHS-Ökonom mit ähnlichen Werten. In Österreich sieht Storm eine ähnliche Homeoffice-Nutzung wie in Deutschland. „Mir fällt kein guter Grund ein, warum es in Österreich fundamental anders aussehen sollte.“
Besonders verbreitet ist Homeoffice in IT-, Management- und Büroberufen. Seit Jänner 2025 gilt in Österreich ein neues Gesetz für Telearbeit, das ortsungebundenes Arbeiten einschließt. Die Kombination aus anhaltender Nutzung hybrider Arbeit und institutioneller Absicherung deute auf einen längerfristigen strukturellen Wandel hin, so der IHS-Ökonom. „Die Pandemie hat die Digitalisierung nicht unbedingt verstärkt, aber sie hat ihr eine neue Richtung gegeben.“ Interaktive Kompetenzen seien „heute ein zentraler Baustein moderner Arbeitsorganisation“.
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