Ministerium schuld?

Epstein-Akten zu Trump fehlen in den Ermittlungen

Außenpolitik
25.02.2026 13:50
Porträt von krone.at
Von krone.at

Laut Berichten soll das US-Justizministerium bei der Veröffentlichung der Epstein-Akten Unterlagen zu Präsident Donald Trump zurückgehalten haben. Öffentlich zugänglich ist etwa ein Vorwurf, dass ein Mädchen zu sexuellen Handlungen mit Trump gezwungen wurde. Weitere Dokumente in diesem Zusammenhang gibt es jedoch nicht ...

Der Sender NPR berichtete, dass einige Akten aus der öffentlichen Datenbank entfernt worden seien, in denen der US-Präsident erwähnt wird. Darunter sind laut der Recherche 50 Seiten FBI-Vernehmungen und Notizen aus Gesprächen mit einer Frau, die Trump beschuldigte, sie als Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Ein Gesetz hätte eigentlich die Veröffentlichung dieser Akten vorgeschrieben.

CNN berichtete ebenfalls, dass zahlreiche Vernehmungsprotokolle nicht mehr aufzufinden seien. Mehrere mutmaßliche Opfer hätten vergeblich nach Unterlagen zu ihren eigenen Befragungen gesucht. Der Sender schloss aber nicht aus, dass sich einige Dokumente möglicherweise an anderer Stelle in den Akten befinden könnten, beispielsweise ohne angeführte Seriennummern oder mit geschwärzten Nummern.

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Alle relevanten Dokumente sind veröffentlicht worden, soweit sie nicht als Duplikate oder vertraulich eingestuft sind oder Teil laufender Ermittlungen sind.

So verteidigt sich das US-Justizministerium

Demokraten: „Wir brauchen Antworten“
Auch die Demokratinnen und Demokraten teilten am Dienstag (Ortszeit) auf X mit, dass sie den Umfang des FBI mit den Vorwürfen aus dem Jahr 2019 (in diesem Jahr soll Trump das Mädchen sexuell missbraucht haben, Anm.) mehrere Wochen lang untersucht hätten. Das Justizministerium habe die FBI-Befragungen der betroffenen Frau wohl illegal zurückgehalten. Der Abgeordnete Robert Garcia habe die ungeschwärzten Beweisprotokolle geprüft. „Wir brauchen Antworten“, schrieb er auf der Plattform X. „Ich garantiere Ihnen, wenn diese Akten Trump entlastet hätten, wären sie veröffentlicht worden“, ist ein weiterer demokratischer Abgeordneter (Ted Lieu) überzeugt.

Das US-Justizministerium hat bereits mehr als drei Millionen Seiten zu den Ermittlungen gegen ...
Das US-Justizministerium hat bereits mehr als drei Millionen Seiten zu den Ermittlungen gegen Epstein publiziert.(Bild: AP/Jon Elswick)

„Unwahre und reißerische Behauptungen über Trump“
Der US-Präsident hat immer wieder betont, kein Fehlverhalten an den Tag gelegt zu haben. Die veröffentlichten Dokumente in seinem Fall geben bisher eingegangene Hinweise wieder. Das Justizministerium hat in einer früheren Erklärung mitgeteilt, dass die Epstein-Akten „unwahre und reißerische Behauptungen“ über Trump enthielten. Trump habe mehr für Epsteins Opfer getan als jeder vor ihm und sei in allen Angelegenheiten in diesem Zusammenhang entlastet, sagte eine Sprecherin des Weißen Hauses, Abigail Jackson.

In Bezug auf eine mögliche Vertuschung teilte das US-Justizministerium jetzt mit, „nichts gelöscht“ zu haben. Alle relevanten Dokumente seien veröffentlicht worden, manche seien noch als vertraulich eingestuft oder Teil laufender Ermittlungen. Der Akt, der alle Befragungen aufgelistet habe, sei vorübergehend zur Schwärzung von Opfer- oder personenbezogenen Daten entfernt und später wieder online gestellt worden.

Nicht der erste Vorwurf dieser Art
In den vergangenen Wochen wurden bereits mehr als drei Millionen Seiten zu den Ermittlungen gegen den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein veröffentlicht. Der US-Investor wurde 2008 erstmals verurteilt, weil er eine Minderjährige zur Prostitution angestiftet hatte. Auf seiner Privatinsel Little St. James soll er jahrelang Mädchen sexuell ausgebeutet und sie auch an Prominente weitergegeben haben. Bevor er ein weiteres Mal verurteilt werden konnte, beging er 2019 in seiner Gefängniszelle Suizid.

Auch Trump haben Frauen immer wieder sexuelle Misshandlungen vorgeworfen. 2023 wurde er wegen des sexuellen Missbrauchs und der Verleumdung der Journalistin E. Jean Carroll verurteilt. Der Vorfall ereignete sich im Frühling 1996.

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