Gestörter Schlaf

„Restless Legs“: Wenn die Beine nachts nicht ruhen

Regeneration & Schlaf
01.03.2026 13:00

Sie wollen abends zur Ruhe kommen – doch Ihre Beine möchten einfach nicht stillhalten und „tanzen Samba“? Kribbeln, Ziehen und Bewegungsdrang rauben vielen Betroffenen den Schlaf. Erfahren Sie, was hinter dem „Restless-Legs-Syndrom“ steckt, warum es besonders nachts quält und wie Sie Linderung finden.

Die Beine kribbeln, ziehen, brennen oder schmerzen, gleichzeitig entsteht oft ein kaum zu unterdrückender Drang, sie zu bewegen. Einige Erkrankte haben auch in den Armen oder anderen Körperregionen Beschwerden. Dieses Krankheitsbild nennt man Restless-Legs-Syndrom (RLS), übersetzt „Syndrom der unruhigen Beine“.

In westlichen Industrieländern sind etwa 5 bis 10 Prozent der Menschen betroffen, Frauen öfter als Männer. Damit ist RLS eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen und in etwa so verbreitet wie Migräne. Meist tritt das Syndrom erstmals um das 25. Lebensjahr herum in Erscheinung.

Die Beschwerden machen sich vor allem abends und nachts sowie in Ruhe (etwa beim Sitzen im Flugzeug) bemerkbar. Gemütlich auf der Couch oder im Bett zu liegen, ist für Betroffene – je nach Schweregrad der Erkrankung – nur schwer zu ertragen oder gar nicht möglich. Die Symptome bessern sich aber, sobald man aufsteht, umhergeht oder die Beine bewegt. Daher streifen viele Patienten mehrmals pro Nacht durch ihre Wohnung – sie werden auch „Nightwalker“ (Nachtspaziergänger) genannt. Hinter diesem beinahe romantischen Begriff verbirgt sich enorme körperliche und seelische Belastung der Erkrankten.

Fakten

Die Erkrankung wird seit Mitte des 17. Jahrhunderts unter verschiedenen Namen in medizinischen Berichten beschrieben. Seit dem Jahr 1945 verwendet man die Bezeichnung Restless-Legs-Syndrom (RLS). Sie geht auf den schwedischen Neurologen Karl-Axel Ekbom zurück. Erst in den 1980/90ern findet RLS als neurologische Erkrankung internationale Beachtung.

Darum werden die Beschwerden nachts stärker
Warum verschlimmern sich die Symptome am Abend oder in der Nacht? Fachleute gehen davon aus, dass bestimmte Botenstoffe im Gehirn, insbesondere Dopamin, eine Rolle spielen. Diese Stoffe steuern unter anderem Bewegungsabläufe und unterliegen einem Tag-Nacht-Rhythmus. Gleichzeitig kommt der Körper zur Ruhe – genau dann werden die Beschwerden besonders spürbar.

Viele Patienten haben Schwierigkeiten beim Ein- und Durchschlafen. Hinzu kommt, dass es im Schlaf zu unwillkürlichen Beinbewegungen kommen kann, die ihn immer wieder unterbrechen. Die Folgen sind nicht erholsame Nächte, ausgeprägte Tagesmüdigkeit, Konzentrationsprobleme, eine verminderte Lebensqualität und geringere Leistungsfähigkeit. Studien zeigen, dass Menschen mit RLS deutlich häufiger unter chronischen Schlafstörungen leiden als die Allgemeinbevölkerung. In einigen Fällen können zudem Depressionen und Angststörungen auftreten.

Diagnose und Therapie
Die Diagnose wird anhand klarer Kriterien gestellt: Bewegungsdrang mit Missempfindungen, Auftreten in Ruhe, Besserung durch Bewegung, stärkere Beschwerden am Abend oder in der Nacht sowie der Ausschluss anderer Ursachen wie Muskel- oder Gefäßerkrankungen. Erste Anlaufstelle ist der Hausarzt, der bei Bedarf an einen Facharzt überweist. Unter Umständen ist auch eine Untersuchung im Schlaflabor angezeigt. Diese sogenannte Polysomnografie kann die Diagnose unterstützen.

Die Therapie richtet sich nach der Ursache und Schwere der Beschwerden. Im Falle eines sekundären RLS (entsteht in Verbindung mit anderen Erkrankungen) wird die Grunderkrankung behandelt: Liegt etwa ein Eisenmangel vor, der die Beschwerden verstärkt, kann ein Präparat das Defizit ausgleichen. Wenn ein bestimmtes Medikament das Syndrom ausgelöst hat, prüft der Arzt, ob der Patient die Arznei durch eine andere ersetzen darf. Beim idiopathischen RLS (genetisch bedingt) helfen häufig Medikamente, die den Dopamin-Stoffwechsel unterstützen.

Das können Betroffene selbst tun
Leichte Bewegung untertags, Dehnübungen, warme oder kühle Bäder sowie Massagen werden von vielen als hilfreich empfunden. Achten Sie auch auf eisenreiche Ernährung (Spinat, Linsen, rotes Fleisch) und reduzieren Sie Koffein, Alkohol und Nikotin. Idealerweise hält man zudem regelmäßige Schlafzeiten ein und achtet auf eine ruhige Schlafumgebung.

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