Seit dem Angriff gegen den Iran spitzt sich die Lage im Nahen Osten weiter zu. Im krone.tv-Talk mit Katia Wagner erklärt der israelische Botschafter in Österreich, David Roet: „Der Iran darf nie wieder eine Gefahr sein. Wir gehen so weit wie nötig.“ Auch die Hisbollah soll zerschlagen werden.
Die Familie von David Roet, dem israelischen Botschafter in Österreich, lebt zu einem Gutteil in Israel. „Unser ganzes Leben lang geht das schon so, dass wir Angst vor dem Iran haben müssen. Es kann nicht mehr schlimmer werden. Wir glauben, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, das zu beenden.“
Motiv sei nicht Regimewechsel gewesen
Im Gespräch mit Katia Wagner stellt er auch das Motiv hinter dem Angriff klar. Das Ziel der Operation sei nicht der Regimewechsel, sondern, dass der Iran nie wieder eine Gefahr sein dürfe. Auch die Zerschlagung der im Libanon aktiven Terrororganisation Hisbollah sei Teil des Plans. Es gehe um die Ideologie, die bekämpft werden müsse.
„Khamenei wird von niemandem vermisst werden“
Angesprochen auf den Tod des Obersten Führers des Iran, Ayatollah Khamenei, sagt er trocken: „Er war ein schlechter Mensch. Er wird sicherlich von niemandem vermisst werden.“ Die Nachricht über seinen Tod habe er wie die meisten in seinem Land mit Erleichterung aufgenommen. Das iranische Volk verdient Freiheit und soll seinen Nachfolger selbst wählen. Wer das ist, liege nicht bei Israel.
„Amerika erledigt nicht Israels Arbeit“
Der Angriff sei mit den USA von Anfang an eng koordiniert worden. „Es gibt Zeiten, in denen jemand auf der Welt Führung zeigen muss.“ Dieser jemand sei laut Roet in diesem Fall der amerikanische Präsident gewesen. Trump habe im Interesse der Amerikaner gehandelt – ebenso wie Israel. „Ich kenne keine Aktion, die zwischen Verbündeten so gut koordiniert war“, sagt er.
Botschafter versteht Sorgen der Österreicher
Für die Sorge vieler Österreicher, dass der Angriff die ohnehin schon angespannte wirtschaftliche Lage noch einmal verschärfen könnte, hat er Verständnis. Aber: „Die Freiheit hat ihren Preis.“ Der Bundespräsident hatte zu einer Rückkehr zur Diplomatie aufgerufen. Auch hier findet der Botschafter klare Worte: „Manche Probleme lassen sich nicht durch Verhandlungen lösen.“ Israel werde „so weit gehen wie nötig“, sagt Roet.
Einmarsch von Bodentruppen nicht ausgeschlossen
Den Einmarsch von israelischen Bodentruppen schließt er zwar nicht aus, aber hält er angesichts taktischer Überlegungen für nicht wahrscheinlich. Wie lange der Krieg noch dauern wird? „So lange, wie es braucht, um unsere Ziele zu erreichen. Ich glaube nicht, dass das lange dauern wird“, sagt Botschafter Roet.
Den ganzen Talk sehen Sie um 23.15 auf krone.tv oder im Video oben!
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.