Schlaf auf Knopfdruck

„Snoozen“ – wenn der Wecker mehrmals klingelt

Regeneration & Schlaf
02.03.2026 16:00

Morgens klingelt der Wecker, Sie drücken reflexartig die Snooze-Taste und gönnen sich ein paar Extra-Minuten Schlaf. Doch bringt das etwas? Oder sabotiert dieses Bonus-Schläfchen heimlich Ihren Schlafrhythmus? Mehr dazu aus der aktuellen Forschung und praktische Tipps für ein einfacheres Munterwerden.

6 Uhr Früh. Der Wecker läutet. Sie blinzeln ins Halbdunkel und denken: „Nur noch fünf Minuten …“ Dann drücken Sie die Snooze-Taste. Willkommen im wohl beliebtesten Morgenritual seit der Erfindung des Alarms. Doch tut Ihnen dieser Mini-Nachschlag wirklich gut?

So manche Experten warnen: Wer nach dem ersten Klingeln wieder einschläft, startet womöglich erneut in eine frische Schlafphase. Das nächste Wecksignal reißt Sie dann noch tiefer heraus – und das berühmte Gefühl von „Wie bitte, welcher Tag ist heute?“ lässt grüßen. Diese Schlaftrunkenheit kann sich sogar verstärken, wenn mehrere Snooze-Runden folgen.

Ganz so eindeutig ist die Sache dann aber offenbar doch nicht, wenn man neuen Forschungen Glauben schenkt: Für eine im Journal of Sleep Research veröffentlichte Studie wurden „Gewohnheits-Snoozer“ im Schlaflabor untersucht. Die Teilnehmer durften an einem Morgen 30 Minuten weiterschlummern (und dabei dreimal die Taste drücken), an einem anderen mussten sie sofort aufstehen. Das Ergebnis: Die zusätzliche Schlummerzeit verschlechterte weder Stimmung noch Cortisol-Aufwachreaktion oder Morgenmüdigkeit deutlich. In manchen kognitiven Tests schnitten die Snoozenden sogar etwas besser ab als nach dem abrupten Aufstehen.

Junge Eulen snoozen

69 % der Studienteilnehmer nutzten die Snooze-Funktion zumindest gelegentlich. Snoozer waren häufig jüngere Personen und zählten eher zu den „Eulen“.

Heißt das nun Freifahrtschein fürs Weiterschlummern? Nicht unbedingt. Denn häufiges Snoozen kann auch ein Hinweis auf chronischen Schlafmangel sein. Wer regelmäßig mehrere Alarme benötigt, um aus dem Bett zu kommen, dem fehlt womöglich schlicht Zeit zum Schlafen.

Planen Sie daher immer ausreichend Nachtruhe ein und gehen Sie am Abend rechtzeitig ins Bett – abhängig davon, wie viele Stunden Schlaf Sie brauchen. Dann müssen Sie tags darauf die Snooze-Taste vielleicht gar nicht erst drücken. Um noch angenehmer zu erwachen, nützen Sie Licht – etwa einen Lichtwecker oder schlicht Tageslicht. Das aktiviert Ihren biologischen Rhythmus sanfter.

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