Naidoo hetzt wieder!

„Wir haben bestimmt alle schon Mensch gefressen“

Ausland
18.02.2026 14:53
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der umstrittene Soul-Sänger Xavier Naidoo hat kurz nach seinem Comeback auf einer Demonstration vor dem deutschen Bundeskanzleramt in Berlin erneut mit Aussagen für einen Eklat gesorgt.

Seit langem fällt Naidoo mit Äußerungen im Zusammenhang mit Verschwörungserzählungen auf, die auch antisemitische Chiffren enthielten. „Wir reden von Menschenfressern“, sagte der 54-Jährige nun auf der Veranstaltung „Sexuelle Gewalt an Kindern stoppen“ mit Bezug zu den Epstein-Akten. „Wir reden nicht von normalem Sex-Trafficking und jungen Frauen und so. Nee, die fressen unsere Babys.“

Der baden-württembergische Antisemitismusbeauftragte bewertet entsprechende Wortwahl als radikalisierend: „In der Vergangenheit hat Xavier Naidoo mit sehr deutlichen Anspielungen wie ,Tothschild‘ die Spur zum Antisemitismus gelegt und dies leider nicht glaubwürdig aufgearbeitet“, erklärte Michael Blume. „Ein großer Teil seiner Anhängerschaft wird daher auch die Begriffe ,Kinderfresser‘ und ,Menschenfresser‘ als antijüdische Verschwörungsmythen aufnehmen.“ Dies sei sehr gefährlich.

Seit Jahrhunderten gibt es die antisemitische Verschwörungserzählung, die besagt, dass Juden aus rituellen Gründen kleine Kinder töteten. Naidoos Management äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht.

„Ich kann nicht mit Kinderfressern zusammenleben“
Der Musiker beantwortete bei der kleinen Demonstration am Dienstag Fragen von Teilnehmern und Reportern. Dabei sagte er auch Sätze wie „Ich kann nicht mit Kinderfressern zusammenleben“ oder „Ich bin mir sicher, wir haben alle schon Menschenfleisch gegessen, ja. Ja. Unwissentlich haben wir bestimmt alle schon einen Mensch gefressen“.

Das entsprechende Video ist auf YouTube zu sehen. Bei den Epstein-Akten geht es um Dokumente im Zusammenhang mit dem 2019 in Haft gestorbenen US-Finanzier Jeffrey Epstein, der über Jahre einen Missbrauchsring betrieb.

Von Verschwörungserzählungen geblendet
Für Aufsehen sorgte etwa schon vor Jahren ein Video, in dem Naidoo Thesen der US-amerikanischen QAnon-Verschwörungsideologie verbreitete, wonach angeblich Kindern in satanischen Ritualen Blut abgezapft werde. Zudem vertrat er in der Vergangenheit die Ansicht, dass die Erde nicht rund sei. 

Im April 2022 überraschte der Musiker aus Mannheim dann mit einem Video, in dem er sich entschuldigte und von extremen Positionen distanzierte. Er sei von Verschwörungserzählungen „geblendet“ gewesen, erklärte er damals. Naidoo zog sich von den großen Bühnen zurück.

Verfahren wegen Volksverhetzung
Am Landgericht Mannheim waren bis zuletzt noch zwei Verfahren wegen Volksverhetzung gegen Naidoo anhängig. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft geht es dabei um Inhalte, die den Holocaust leugnen und von einem antisemitischen Charakter seien, die über einen Telegram-Kanal verbreitet wurden. Ob ein Hauptverfahren eröffnet wird, ist noch offen, wie es im Jänner hieß. Naidoos Anwälte bestreiten die Vorwürfe und beteuern die Unschuld des Sängers.

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