Gute Nachrichten aus dem Norden: Die Eisbären in Norwegen werden wieder fetter und gesünder – obwohl das Meereis immer weiter schmilzt. „Je dicker ein Bär ist, desto besser ist es“, bestätigt Forscher Jon Aars. Doch die Sache hat einen Haken.
Eigentlich haben Wissenschaftler mit dem Gegenteil gerechnet, doch die Natur ist immer wieder für eine Überraschung gut: Den Eisbären in Spitzbergen, im Norden Norwegens, geht es jetzt besser als noch vor 25 Jahren. Und das, obwohl der Klimawandel zugeschlagen hat und das Eis spürbar geschmolzen ist. Das zeigt eine Studie, die in der Fachzeitschrift „Scientific Reports“ veröffentlicht wurde.
„Ich hätte erwartet, dass sich der körperliche Zustand (der Bären) verschlechtert, wenn der Verlust des Meereises so gravierend ist“, sagt Aars vom Norwegischen Polarinstitut zum britischen Sender BBC. Eisbären brauchen nämlich genau dieses Eis, das ihnen die Jagd auf Robben erleichtert.
Eisbären ändern Speiseplan
Doch offenbar wussten sich die Eisbären zu helfen. Die Forschenden glauben, dass nun auch am Land lebende Tiere wie Rentiere oder Walrosse am Speiseplan der Bären stehen. Walrosse sind seit den 1950ern geschützt, weshalb sich ihr Bestand erholen konnte – eine fettreiche Beute für die weißen Bären. „Es ist auch möglich, dass sie Robben effizienter jagen können“, erklärt Aars. Denn wenn es nur noch wenige Eisschollen gibt, auf denen Robben liegen, sammeln sich dort mehrere Tiere an. Das macht sie für die Eisbären zu einer leichten Beute.
Dämpfer für die Bären
Doch es gibt einen Dämpfer: Die Forschenden rechnen nicht damit, dass es den Eisbären langfristig so gut geht. Denn, wenn das Meereis noch weiter zurückgeht, müssen die Bären immer weitere Strecken zu ihren Jagdgebieten zurücklegen, was an ihren Energiereserven zehrt.
Obwohl diese Studie zeigt, dass es den Bären aktuell besser geht, könne man daraus nicht auf die Zukunft schließen, sagt Aars. Niemand weiß, wie lange die weißen Riesen die Folgen des Klimawandels noch für sich nutzen können.
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