Mit einer „Beleg-Lotterie“ mit Gewinnen von bis zu 250.000 Euro wollte man die „Belegkultur stärken“ – doch nun hat die Regierung das Projekt still und heimlich abgesagt. Man wolle nun doch andere Maßnahmen setzen.
Der Wirbel in den vergangenen Monaten war groß. „Um Anreize für die Mitnahme von digitalen Belegen zu schaffen, wird ab Herbst 2026 eine Beleglotterie in ganz Österreich eingeführt“, erklärte Finanzminister Markus Marterbauer das Prestigeprojekt des Bundes. Und zwar mit Beginn der geplanten digitalen Einführung ab 1. Oktober.
Maßnahme gegen schwarze Kassen
Hintergrund: Das kuriose Projekt solle die „Belegkultur stärken“ und verhindern, dass zu viele Umsätze an (schwarzen) Registrierkassen vorbeilaufen. Der Staat hoffte durch diesen Anreiz auf mehr Einnahmen und weniger Illegalität. Man rechnete mit 200 Millionen Belegen, hieß es.
Und wie sollte das funktionieren? Konsumenten laden eine App herunter, darüber kann man ausgedruckte und digitale Belege einlesen und verwalten. Die Maßnahme zielte vor allem eben auf die neuen digitalen Rechnungen im Kampf gegen die „Zettelwirtschaft“ ab. Geplant war, dann monatlich „zufallsbasiert“ eine gewisse Anzahl an Gewinnern zu ziehen, die dann mit einer Push-Nachricht am Handy von ihrem Losglück erfahren. In den monatlichen Ziehungen bekommen 100 Gewinner jeweils 2500 Euro, zudem 250.000 Euro für je zwei Glückspilze in bis zu zwei Sonderziehungen. In Summe sollten vier Millionen Euro über das Jahr verteilt im Topf sein.
Still und heimlich sagt das Finanzministerium nun die Steuergeld-Lotterie ab. Man wolle mit anderen Maßnahmen wie mehr Kontrollbeamten oder einer Informationskampagne die Einführung des elektronischen Belegs unterstützen ...
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