Polizei rüstet sich

Umstrittener Tech-Milliardär Thiel kommt nach Wien

Wien
22.05.2026 18:50
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Chef von Ex-Kanzler Sebastian Kurz und Trump-Unterstützer, Tech-Milliardär Peter Thiel, wird laut einem Bericht bei den Wiener Festwochen erwartet. Er werde an einer Diskussionsveranstaltung in einem Hotel teilnehmen, hieß es. Eingeladen habe ihn Intendant Milo Rau.

Die Presseabteilung des Festivals, das noch bis zum 21. Juni stattfindet, hat den Besuch Thiels laut dem „Standard“ weder dementiert noch bestätigt. Laut der Zeitung hatte Intendant Rau bereits Ende April entsprechende Andeutungen gemacht. „Wir haben tatsächlich eine ganze Reihe von Veranstaltungen, die sich mit dem radikalen Mind-Shift befassen, den wir aktuell erleben, wo es um neue Glaubenssysteme von den Tech-Gurus bis zum neo-anarchistischen ,Unsichtbaren Komitee‘ geht“, hatte Rau etwa gesagt. Er ging auf das Bild des „Antichristen“ von Thiel ein. Es zu verstehen, sei „wichtig für unsere Generation“.

Mit diesem Bild meint Thiel eine entgrenzte globale Ordnung. Er bezieht sich nicht auf die religiöse Bedeutung, sondern auf Politik. Die Gegenfigur ist der „Katechon“, jene Macht, die Zerfall und Beschleunigung hinauszögert, selbst wenn sie etwa autoritär bleibt. Der US-Amerikaner bezieht sich bei seinem Weltbild auf Carl Schmitt, der im Nationalsozialismus berüchtigt war.

Zitat Icon

Wir haben tatsächlich eine ganze Reihe von Veranstaltungen (...), wo es um neue Glaubenssysteme von den Tech-Gurus geht.

Milo Rau, Intendant der Wiener Festwochen

Bekannter Rechter in den USA
Peter Thiel hat in den USA sowohl Geld als auch Einfluss. Er ist unter anderem ein Großspender von US-Präsident Donald Trump und Vizepräsident JD Vance, im Silicon Valley einflussreich und beim Unternehmen Palantir Technologies aktiv, das die Grundlage für militärische Operationen und Sicherheitsbehörden liefert. Palantir übermittelt beispielsweise der Behörde ICE Daten, um gegen mutmaßliche illegale Einwanderinnen und Einwanderer vorzugehen.

Auch in Österreich ist der umstrittene Tech-Milliardär nicht mehr unbekannt. Er investierte in Start-ups wie Bitpanda, hatte Kontakte zum ehemaligen Bundeskanzler Sebastian Kurz und zur FPÖ-Politikerin Barbara Kolm. Einigen dürfte der Name Peter Thiel auch deshalb ein Begriff sein, weil er versucht, seinen eigenen Tod zu vermeiden, beziehungsweise zumindest möglichst lange hinauszuzögern, zum Beispiel mittels Diäten, Wachstumshormonen und anderen experimentellen Methoden.

Weltbild soll Thema sein
Ausgerechnet sein Weltbild soll Anfang Juni bei einer Diskussionsveranstaltung in einem Wiener Hotel auch das Thema sein. Die Wiener Polizei sagte zum „Standard“, dass bereits Vorbereitungen für ein Einsatzszenario liefen. Proteste würden nämlich als wahrscheinlich gelten. Eine direkte Bestätigung für den Auftritt Thiels gab es aber nicht. Der Skandal sei Teil der Inszenierung, meinte Redakteur Markus Sulzbacher.

„Theater war immer eine Begleiterscheinung von Politik – und umgekehrt“, sagte Intendant Milo Rau kürzlich zur „Krone“. Man müsse aber aufpassen, nicht immer nur radikaler zu werden.

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